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VfB steht dicht vor dem Matchball VfB steht dicht vor dem Matchball

Fußball : VfB steht dicht vor dem Matchball

Das 3:0 (1:0) beim FC Zons macht es möglich. Ein Erfolg gegen die SG Benrath-Hassels würde für den VfB Solingen den Aufstieg in die Fußball-Landesliga bedeuten.

Der VfB Solingen hat die vorletzte und sehr unangenehme Hürde auf dem Weg zur Bezirksliga-Meisterschaft und damit zum Landesliga-Aufstieg genommen. Das Spiel beim FC Zons, der mit allen Mitteln um den Klassenerhalt kämpft und VfB-Verfolger Eller zuletzt ein 0:0 abtrotzte, war spätestens nach 80 Minuten entschieden. Da erzielten die Baverter das entscheidende 2:0, das durchaus schon hätte früher fallen können. Am Ende wurde ein 3:0-Erfolg notiert.

Auch wenn Zons den wieder genesenen VfB-Stammkeeper Florian Kölmel bis dahin nur einmal zum Eingreifen genötigt hatte: Die VfB-Spieler wusste ganz genau, dass eine knappe 1:0-Führung auch gegen einen limitierten Gegner gefährlich war. „Männer, wir müssen mehr tun, sonst geht das nicht gut“, verlieh Mehmet Karakus diesem Wissen nach rund einer Stunde lautstark Ausdruck. Insbesondere rund um den Führungstreffer hatte es der VfB versäumt, den Hausherren in Zons den K.o. zu versetzen. Denn das, was sich Mensur Pjetrovic nach 38 Minuten bot, und was der Offensivakteur zum satten 1:0 aus 18 Metern nutzte, genossen auch seine Kameraden: eine Menge Platz, wenn denn einmal der erste Riegel der Gastgeber abgeschüttelt war.

Doch weder Mehmet Sezer, der sich zu einem weiteren durchaus feinen, aber ziemlich ertraglosen Pass statt einem Schuss aus guter Position entschloss, als auch seine Mitspieler ließen in den letzten Minuten vor der Pause die letzte Zielstrebigkeit im gegnerischen Strafraum vermissen. Die Gastgeber waren in dieser Phase in jedem Fall absolut verwundbar.

Besser blieb der VfB auch mit Wiederbeginn. Doch ab der 66. Minute reduzierten sich die guten Offensivaktionen des VfB, die es zuvor durchaus regelmäßig gegeben hatte, für runde zehn Minuten. Dass die Hausherren plötzlich ein wenig Fußball spielten, interpretierte das VfB-Trainerduo Sahin Sezer/Ganija Pjetrovic durchaus korrekt als eigene Schwäche. Mit Chris Otto kam daher für die Schlussphase auch ein weiterer Defensivakteur für den Torschützen des 1:0: Absichern statt „Angriff ist die beste Verteidigung“ war angesagt.

Es ging gut. Mehr als gut, denn insbesondere Denis Petti, der nach einer Stunde für Goran Stojanovic in die Elf gerückt war, hatte jetzt Blut geleckt. Die 2:0-Führung nach 80 Minuten, zu der Karakus einköpfte, hatte Petti aufgelegt. Dass ausgerechnet einer der kleinsten Spieler auf dem Platz einköpfte, sorgte natürlich für Schmunzeln. Doch weit gefehlt, gerade im Kopfball ist Karakus stark: „Mein alter Trainer“, zeigte er nach Schlusspfiff lachend auf Ganija Pjetrovic, „hat früher immer gesagt, ich soll möglichst jeden Ball mit dem Kopf nehmen – egal wie hoch er kommt.“

Bei Zons sorgte die Entscheidung pro VfB für Frust. Und damit für zwei Umstände, die auch dem TSV Aufderhöhe im Fernduell um den Relegationsplatz kommende Woche zugutekommen könnte: Binnen vier Minuten sahen zwei FC-Spieler glatt „Rot“. Zudem konnte der VfB durch Edel-Joker Giovanni Spinella, der erneut durch Petti bedient wurde, das Ergebnis auf 3:0 schrauben. Somit spricht jetzt auch das Torverhältnis im Vergleich zum TSV Aufderhöhe gegen Widersacher Zons.

Entsprechend riesig war mit Abpfiff die Freude bei allen VfBern – auch bei den etwa 100 Solinger Zuschauern. „Die Jungs haben 90 Minuten Konzentration pur gezeigt“, sagte Trainer Pjetrovic. Sein Spannmann Sezer ergänzte: „Es war nicht leicht, beide Teams haben mit Herz gespielt. Jetzt sind wir dem Aufstieg ganz nahe.“

Der gelingt, wenn die Mannschaft am kommenden Wochenende zu Hause gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten und längst feststehenden Absteiger SG Benrath-Hassels gewinnt. Dann wäre es auch egal, was Verfolger Eller gegen Unterrath zustande bringt.