Solingen: Verwechslungskomödie mit offenem Ausgang

Solingen : Verwechslungskomödie mit offenem Ausgang

Verwechslungskomödien mit einem Zwillingspaar hat es schon in den Bühnenspielen der Antike gegeben. Auch Shakespeare hatte ein Händchen dafür. Der Autor Frank Pinkus griff das Thema in seiner Komödie "Ich bin da für dich" ebenfalls auf. Und das Theater Rampenlicht im Autohaus Schönauen machte daraus in der akribischen Regie von Philip Flottau eine hinreißende Vorstellung.

Die Premiere am Samstagabend war ausverkauft. Drei Damen, wunderbar gespielt von Bianca-Maria Hoppe, Caro Knospe und Bettina Barz, haben in ihrer Wohngemeinschaft ein Zimmer frei und suchen einen Mitbewohner. Eigentlich sollte es eine weitere Dame sein, aber warum sollen es die Frauen nicht einmal mit einem Mann versuchen, besonders wenn sich der schüchterne und verklemmte Kilian um das Zimmer bewirbt.

Was die Damen aber nichts wissen: Kilian teilt sich mit seinem Zwillingsbruder Kutty das Zimmer, und der ist ein richtig fescher Mann. Aus dieser Situation entwickelt sich eine turbulente Boulevard-Komödie, die im Laufe des Abends noch an Tempo zunimmt.

Der neue Mieter steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Damen. Als angebliches Weichei erregt er das Interesse der mütterlichen Maike, als Fitnesstrainer mit Waschbrettbauch möchte ihn die frech-fröhliche Julia erobern. Die Psychologin Wilka (Bianca-Maria Hoppe) versucht als Oberhaupt der WG die Situation vergebens zu meistern.

Für Marc Kelinski bedeutet die Doppelrolle einen dauernden, oft blitzschnellen Wechsel in Diktion, Kostüm und Körpersprache vom Macho in den lispelnden Kochkünstler Kilian. Natürlich platzt das Verwechslungsspiel irgendwann einmal, und die beiden Paare finden sich. Nur die Psychologin Wilka bleibt allein zurück, aber da hat der Autor noch einen Dreh in der Hinterhand, als Marc Kelinski in seiner dritten Rolle als Vater der Zwillinge auftritt. Er klärt die Situation noch einmal, und wirft ein Auge auf die Psychologin. Ob die Einladung zum Abendessen zu einer weiteren Beziehung führt, bleibt offen. Für die Zuschauer war dieser finale Knalleffekt aber der Abschluss eines unterhaltsamen Abends, das Ensemble wurde mit viel Beifall belohnt.

Das Stück wird bis Dezember en Suite gespielt, Infos unter www.rampenlicht-solingen.de.

(wgu)