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Solingen: Verurteilung des Onkels immer wahrscheinlicher

Solingen : Verurteilung des Onkels immer wahrscheinlicher

Der Angeklagte hatte sich erhoben, und als der klein gewachsene Mann gestern Nachmittag noch ein paar Worte mit seinem Verteidiger Jochen Ohliger wechselte, da schossen ihm, der 2008 seinen Neffen missbraucht haben soll, die Tränen in die Augen. Was gut nachzuvollziehen ist.

Denn nachdem am Dienstag ein Sachverständiger seine Einschätzung über die Glaubwürdigkeit des Kindes abgegeben hat, wird eine Verurteilung des Solingers immer wahrscheinlicher.

Und die könnte hoch ausfallen, Der Onkel leugnet nämlich bis heute, sich an dem Neffen vergangen zu haben. Ein Umstand, der dazu führte, dass der Zwölfjährige gestern noch einmal in Beisein seines mutmaßlichen Peinigers vernommen werden musste. Gleichwohl, viel Neues brachte weder die Aussage des Kleinen, noch die Stellungnahmen seiner Mutter sowie des ehemaligen Klassenlehrers, der das Kind als teilweise verwahrlost beschrieb.

Und so richteten sich schließlich alle Blicke auf den Gutachter, der den Schüler im Vorfeld des Prozesses vor der 4. Großen Strafkammer untersucht hatte. "Es besteht kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Jungen", erklärte der Sachverständige, in dessen Schilderungen noch einmal anklang, welche Qualen der Kleine seinerzeit wohl durchlitt.

Am Donnerstag werden Verteidigung und Staatsanwaltschaft ihre Plädoyers halten, mit einem Urteil ist danach zu rechnen.

(RP)