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Solingen: Vermisste löst Großeinsatz aus

Solingen : Vermisste löst Großeinsatz aus

Mit Hubschrauber und Hunden suchte die Polizei in der Nacht zu gestern eine verwirrte Frau, die aus einem Walder Heim verschwunden war. Erst nach Stunden in der Kälte wurde die 72-Jährige gerade noch rechtzeitig gefunden.

Mit Unterkühlungen ist Dienstag am frühen Morgen eine 72-jährige Solingerin in ein Krankenhaus gekommen. Die Frau war am Montagnachmittag aus dem Gerhard-Berting-Haus in Wald verschwunden und stundenlang hilflos umhergeirrt. Die Polizei suchte die Vermisste mit mehreren Einsatzfahrzeugen, später forderten die Beamten zur Verstärkung sogar einen Hubschrauber der Polizeifliegerstaffel aus Düsseldorf sowie Suchhunde an.

Der Großeinsatz konnte aber erst gegen 4 Uhr morgens beendet werden. Ein Autofahrer hatte die verwirrte Frau an der Autobahn A 535 am Sonnborner Kreuz in Wuppertal gesehen und umgehend die Polizei unterrichtet. Wie es die Frau schaffte, die rund zehn Kilometer zwischen Wald und der Autobahn innerhalb weniger Stunden zurückzulegen, war gestern noch unklar.

Derweil reagierte man im Gerhard-Berting-Haus erleichtert. "Wir sind sehr froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist", sagte Heimleiter Hans-Peter Mertens-Zündorf. Die 72-Jährige war erst am zweiten Weihnachtsfeiertag in einer Patientengruppe des Hauses an der Altenhofer Straße aufgenommen worden. Normalerweise wird sie von ihrem Ehemann zu Hause gepflegt. Doch nachdem dieser selbst in ein Krankenhaus musste, war die Frau auf eine professionelle Betreuung angewiesen.

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens kümmerten sich drei Pfleger um die insgesamt 19 Personen starke Gruppe der Frau, die im oberen Stockwerk des Gerhard-Berting-Hauses untergebracht ist. "Als wir merkten, dass die Frau weg war, suchten wir sofort das Haus ab und fuhren anschließend zu ihrer Wohnung", sagte Heimleiter Mertens-Zündorf. Als die Betreuer die Vermisste aber auch dort nicht antrafen, alarmierten sie schließlich die Polizei.

Die Beamten des auch für Solingen zuständigen Polizeipräsidiums Wuppertal lösten darauf die Fahndung aus. "Wir entscheiden bei jedem Fall individuell", sagte ein Sprecher. In Solingen wurden im Jahr 2010 immerhin 247 Personen vermisst gemeldet, im bergischen Städtedreieck waren es knapp 1500. Doch nachdem erst im Dezember eine vermisste 64-jährige Wuppertalerin später nur noch tot gefunden werden konnte, entschloss sich die Polizei im Fall der Solingerin schnell zu der großangelegten Suche mit dem Hubschrauber vom Typ BK 117.

Für solche Fälle hält die Polizeifliegerstaffel NRW sieben Helikopter bereit, die unter anderem mit Wärmebildkameras ausgerüstet sind. "Da die Suche nach einer Person in der Dunkelheit im Bergischen aber schwierig ist, flogen wir zunächst die Hunde aus Dülmen ein, die uns bei der Suche helfen sollten", sagte gestern Frank Burre, der Leiter der Staffel. Dazu kam es dann jedoch nicht mehr, da die vermisste Solingerin zuvor bereits von dem Autofahrer am Sonnborner Kreuz entdeckt worden war.

(RP)