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Vermietungsbörse für die Solinger City

Stadtentwicklung in Solingen : Stadt sucht Mieter für Innenstadt

Ab sofort steht ein Anmietungsfonds zur Verfügung, der die City beleben soll. Dieser soll der Stadt die Möglichkeit geben, leerstehende Ladenlokale mit einer Fläche von bis zu 300 Quadratmetern für maximal zwei Jahre anzumieten.

Die Corona-Krise lässt das Bild noch trostloser erscheinen. Schon seit Jahren hat die Solinger Innenstadt – und dort vor allem die Hauptstraße – mit Leerständen zu kämpfen. Wobei die momentane Pandemie und die im Zuge der Beschränkungen vorübergehend geschlossenen Geschäfte das ihre dazu beitragen, die Tristesse weiter zu verstärken.

Das jedoch soll nicht so bleiben. Zum einen besteht nach wie vor die Hoffnung, dass in einigen Wochen das normale Leben auch in die City zurückkehrt. Und zum anderen will die Stadt jetzt damit beginnen, aktiv für neue Vermietungen zu sorgen, indem der Stadtdienst Stadtentwicklungsplanung zusammen mit dem Innenstadtmanagement versucht, Immobilieneigentümer sowie potenzielle Mieter zusammenzubringen.

Möglich wird dies durch den neuen Anmietungsfonds „Wagen.Investieren.Nutzen“ (Win), der zu großen Teilen aus Fördermitteln des Landes gespeist wird und für den in den kommenden zwei Jahren rund 600.000 Euro zur Verfügung stehen. Der Fonds eröffnet der Stadt dabei die Möglichkeit, leere Ladenlokale mit einer Fläche von bis zu 300 Quadratmetern für maximal zwei Jahre anzumieten und anschließend an Nutzer zu reduzierten Konditionen weiter zu vermieten.

Um ins Geschäft zu kommen, müssen die Vermieter auf 30 Prozent der letzten Kaltmiete verzichten. Dafür sucht eine Jury mit Stadtentwicklungsplanung, Gründer- und Technologiezentrum sowie Innenstadtmanagement aus Interessenten, die sich zuvor gemeldet haben, geeignete Nutzer aus – wobei die Stadt 50 Prozent der bisherigen Kaltmiete übernimmt und der Mieter 20 Prozent trägt. Der Schwerpunkt liegt auf der Fußgängerzone. In den vergangenen Wochen wurden 22 Eigentümer angeschrieben. Und es fanden auch schon Gespräche statt. Nutzer sollen wiederum mit Flyern, über die Stadt-Homepage und mittels sozialer Medien kontaktiert werden.

„Ich hoffe auf positive Impulse für die Innenstadt“, sagte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Ziel ist es, ein breites Spektrum dauerhaft in die City zu locken. „Das geht von Gastronomie über Freizeit bis hin zu Angeboten wie einer Kaffeerösterei oder einer Fahrradwerkstatt“, betonte Miriam Macdonald von der Stadtentwicklungsplanung, derweil Carolin Helmus vom Innenstadtmanagement berichtete, erste Kontakte mit Interessenten aus der regionalen Gastroszene seien inzwischen angebahnt worden. Das Projekt ist Teil der Landesinitiative „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“, aus der Solingen 1,3 Millionen Euro erhält.