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Solingen: Verlassen die Handball-Profis die Stadt?

Solingen : Verlassen die Handball-Profis die Stadt?

Der Bergische HC will in die Erste Liga. Aber die Klingenhalle ist langfristig ungeeignet. In Wuppertal verdichten sich die Zeichen für einen Hallen-Neubau. Droht Solingen dann das Aus? Stadt und Verein suchen Lösungen.

Gestern Abend empfingen die Handballer des Bergischen HC in der Klingenhalle den SV Henstedt-Ulzburg. Das Spiel war der dritte Auftritt des Teams von Trainer Sebastian Hinze in Solingen in dieser Saison. Bis Ende der Zweitliga-Spielzeit im Juni 2013 werden weitere fünf Partien in der Halle am Weyersberg folgen. Doch wie es danach mit den Profis des BHC in der Klingenstadt weitergeht, ist unklar.

Der Verein, der 2006 durch eine Fusion der Profiabteilungen der zwei Ex-Bundesligisten SG Solingen und LTV Wuppertal entstand und seitdem bei Heimspielen zwischen beiden Städten pendelt, will sich langfristig in der Ersten Bundesliga etablieren. Das Problem ist nur, dass den Handballern eine geeignete Halle fehlt.

Weder die Klingenhalle noch die Wuppertaler Uni-Halle genügen heutigen Ansprüchen an Komfort und Sicherheit. Aus diesem Grund werden sich schon kommende Woche der zukünftige BHC-Geschäftsführer Jörg Föste und Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) treffen. Der Hintergrund: In Wuppertal verdichten sich die Anzeichen, dass anstelle der maroden Uni-Halle ein Neubau mit 4000 bis 5000 Plätzen für bis zu 14 Millionen Euro kommt. Und eine solche Arena könnte dann für Solingen als Spielort das Aus bedeuten.

"Wir haben unser Problem hinreichend geschildert", sagte gestern Jörg Föste, der augenblicklich noch Beiratsmitglied beim BHC ist. Nun gelte es, mit der Stadt an einer Lösung zu arbeiten. Wie diese jedoch aussehen könnte, bleibt offen.

Ernst Lauterjung (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses, sieht zwei Möglichkeiten. "Zum einen könnte die Klingenhalle ausgebaut werden", sagte Lauterjung. Besser sei es aber, über eine neue Halle an der Stadtgrenze Solingen/Wuppertal in Gräfrath nachzudenken, so der Sozialdemokrat, der genauso wie sein Stellvertreter im Sportausschuss, Frank Schütz (CDU), den BHC in Solingen halten will.

Der Haken an der Sache: Ein Neubau würde Millionen kosten, die von einem privaten Geldgeber aufgebracht werden müssten. Die Stadt selbst könnte aufgrund ihres Haushaltslochs nichts beisteuern. Nach Informationen unserer Zeitung wurde im Rathaus zwar schon über Grundstücke nachgedacht, die man für eine neue Halle zur Verfügung stellen könnte. Doch selbst ein solches Entgegenkommen ist unsicher. Denn würde die Stadt dem Verein zum Beispiel ein Grundstück kostenfrei zur Verfügung stellen, wäre ein Veto der Bezirksregierung wahrscheinlich.

"Ich beurteile die Chance, eine neue Halle zu bauen, eher skeptisch", sagte gestern Sportausschuss-Vize Frank Schütz. Klar ist allen Beteiligten, dass die Zeit drängt. In Wuppertal läuft die Betriebsgenehmigung für die Uni-Halle zwar im nächsten März aus. Aber die Nachbarstadt hat den Vorteil, dass sich an einem Neubau dort das Land als Miteigentümerin der Halle beteiligen würde. Das würde zwar einige Zeit beanspruchen — und in der kommenden Saison wäre Solingen sogar alleinige Spielstätte. Langfristig bestünde aber die Gefahr, dass in der Stadt die Profihandball-Lichter für immer ausgehen.

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(RP/rl)