Verkehrsverbund prüft Abkopplung Solingens von der S 1

Alternative Verlängerung von Hilden nach Opladen: Abkopplung Solingens von der S 1 in Prüfung

Der Nahverkehr Rheinland untersucht zurzeit eine mögliche neue S 1-Trasse Hilden – Opladen. Solingen bliebe dann links liegen.

Trotz all des Ärgers um Verspätungen und Zugausfälle – die S-Bahn-Linie 1, die Solingen mit Düsseldorf und dem Ruhrgebiet verbindet, gehört zu den verkehrstechnischen Hauptschlagadern der Region. Jeden Tag nutzen Tausende von Pendlern die rot lackierten Züge, um zur Arbeit und wieder zurückzukommen. Doch wie lange die S 1 noch am Solinger Hauptbahnhof in Ohligs enden wird, erscheint plötzlich unsicher. Denn beim Nahverkehr Rheinland (NVR) gibt es jetzt Überlegungen, die Klingenstadt von der S-Bahn abzukoppeln.

Wie ein Sprecher des NVR in dieser Woche auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, ist dieser Plan Teil einer Machbarkeitsstudie, die zurzeit im Auftrag des Verkehrsverbundes erstellt wird. Darin wird untersucht, inwieweit eine Verlängerung der S 1 bis nach Leverkusen-Opladen einen Sinn ergibt. Wobei mehrere zukünftige Streckenverläufe zur Auswahl stehen, von denen einer die Option beinhaltet, die S-Bahn nicht mehr wie bisher nach Solingen zu führen, sondern stattdessen ab Hilden über Langenfeld-Immigrath bis Opladen.

Ein regelrechtes Horrorszenario, das Verkehrsexperten in der Region aufschrecken lässt. „Eine Abkoppelung Solingens von der S 1 muss unbedingt verhindert werden“, forderte am Freitag beispielsweise der Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Bergischen, Reiner Nießen. Denn von einer Streckenverlegung wäre nicht allein die Klingenstadt betroffen. Vielmehr, so Nießen, würde auch Remscheid abgehängt – was wiederum eine fatale Schwächung des Schienen-Nahverkehrs im ganzen Bergischen Land zur Folge hätte.

Tatsächlich geht die Prüfvariante Hilden-Immigrath-Opladen auf einen Antrag der Stadt Leverkusen in der Verbandsversammlung des Nahverkehrs Rheinland zurück. In dem besagten Papier regen die Leverkusener an, die Aktivierung der Güterzugstrecke von Hilden bis nach Opladen zu untersuchen, derweil der Rheinisch-Bergische Kreis, zu dem die Stadt Leichlingen gehört, eine S 1-Erweiterung von Solingen über Leichlingen bis Opladen präferiert.

  • Nahverkehr : Verlängerung der S 1 nach Düsseldorf wird geprüft

Bei der Sitzung der NVR-Verbandsversammlung Ende November in Köln fanden schließlich beide Anträge Eingang in die besagte Machbarkeitsstudie, die ferner auch noch andere Prüfaufträge zum Gegenstand hat – so etwa zu einer möglichen Fortführung der S 1 nach Köln-Hauptbahnhof sowie zu der Verlängerung einer S 17 (Bonn-Köln) über Opladen und Solingen bis Wuppertal. Mit Ergebnissen sei voraussichtlich in einem halben oder in einem dreiviertel Jahr zu rechnen, teilte der NVR-Sprecher jetzt mit.

Ein Zug der S1 fährt am Solinger Hauptbahnhof in Ohligs ein. Die S-Bahn-Linie als Verbindung nach Düsseldorf gehört zu verkehrstechnischen Hauptschlagadern der Klingenstadt. Foto: Meuter, Peter (pm)

Zeit, die Solingen nach Ansicht von VCD-Mann Nießen nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte. Denn immerhin bestehe durch den Leverkusener Antrag die Gefahr, dass die Stadt in ihrer verkehrlichen Infrastruktur nachhaltig geschädigt werde. Zwar  seien die Überlegungen zur Trassenänderung bei der S 1 zunächst einmal lediglich Gedankenspiele. Trotzdem, so Nießen, sei Vorsicht geboten.

Denn sollte es am Ende doch so kommen und Solingen nicht länger S 1-Haltepunkt sein, vermutet man beim VCD, dass im Fall der Fälle nur noch einzelne S 1-Züge in den Hauptverkehrszeiten von Hilden nach Solingen fahren könnten. Reiner Nießen: „Da würde höchstens noch eine Verlängerung der S 7 über Solingen hinaus bis Düsseldorf weiterhelfen.“

Diese steht indes augenblicklich überhaupt nicht zur Diskussion – zumal bei solchen Änderungen zunächst auch noch die beteiligten Verkehrsunternehmen mit ins Boot geholt werden müssten. Die S 7 wird von  Abellio betrieben, die S 1 geht 2019 von der Deutschen Bahn AG an das Privatunternehmen Eurobahn.

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