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Verkehrspolitik in Solingen: Radfahrer fordern Mitsprache

Straßenverkehr in Solingen : Radfahrer fordern Mitsprache

Der ADFC will, dass die Belange von Zweiradfahrern in Zukunft deutlich stärker in die Verkehrsplanungen integriert werden.

Sind die Radfahrer auch in der Klingenstadt immer noch Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse, deren Belangen bei Weitem nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird? Dies zumindest glaubt die Ortsgruppe Wuppertal / Solingen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) – und verlangt darum nun in einem Offenen Brief unter anderem an Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), Stadtdirektor Hartmut Hoferichter sowie die Vorsitzenden der im Stadtrat vertretenen Fraktionen einen grundlegenden Wandel in der Solinger Verkehrspolitik.

In dem am Sonntagabend veröffentlichten Schreiben nahmen die Protagonisten des ADFC dabei vor allem die zurzeit laufenden Umgestaltung der Kreuzung Mangenberger Straße / Untengönrather Straße zum Anlass, um massive Kritik an den Planungen zu äußern. So sei es dort beispielsweise versäumt worden, entsprechende Schutzstreifen, Einfädelspuren zum Abbiegen sowie Aufstellflächen für Radfahrer zu projektieren, hieß es jetzt vonseiten des Fahrradclubs.

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Wobei es dem ADFC aber nicht allein um die große Kreuzung in der Nähe des Industriegebietes Scheuren geht. Vielmehr fordert der Fahrradclub für die Zukunft ein prinzipielles Umdenken in Sachen Zweiradverkehr – gerade auch an anderen „Hotspots“ im Solinger Stadtgebiet.

„Wir wollen verhindern, dass jetzt bei der Planung Fakten geschaffen werden, die dann über Jahrzehnte hinweg negativ wirken“, sagte der Sprecher der ADFC-Gruppe Wuppertal / Solingen, Bernhard Stoer, am Montag. Zwar sei klar, dass bei der Stadtverwaltung in der aktuellen Corona-Krise augenblicklich andere Themen Priorität besäßen. Gleichwohl müsse alles getan werden, um die verkehrspolitischen Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, betonte Stoer auf Anfrage unserer Redaktion.

Was dem ADFC dabei besonders am Herzen liegt, ist das Problem der sogenannten letzten Meile. Dies besagt, dass es im Zuge eines landesweiten Ausbaus von „Fahrrad-Autobahnen“ beziehungsweise Velorouten nicht nur darauf ankommt, unterschiedliche Städte miteinander zu verbinden, sondern auch in den Orten selbst für eine nutzerfreundliche Rad-Infrastruktur zu sorgen.

Und bestes Beispiel hierfür ist aus Sicht des ADFC wiederum die Anbindung des Industriegebietes Scheuren. „So werden Radfahrer, die aus Ohligs kommen, auf dem Weg dorthin eher nicht die Merscheider Straße und die Beethovenstraße mit ihren vielen Ampeln benutzen, sondern auf die Mangenberger Straße ausweichen“, mutmaßte Verkehrsclub-Sprecher Stoer, der sich demzufolge einmal mehr für einen radverkehrstauglichen Ausbau der Mangenberger Straße sowie der Kreuzung mit der Untengönrather Straße aussprach.

Gleichzeitig nannte der ADFC weitere neuralgische Punkte, die ebenfalls in Angriff genommen werden müssten. So bedürfen nach Ansicht der organisierten Zweiradfahrer gerade die Großkreuzungen Werwolf und Dickenbsch in der Innenstadt sowie die Anbindung der Bonner Straße an die Viehbachtalstraße in Ohligs eines Umbaus. „Am Werwolf ist der Radverkehr bis zum heutigen Tag nicht berücksichtigt. Und an der Bonner Straße wird es auch darum gehen, einen möglichen Kreisverkehr für Radfahrer fit zu machen“, sagte Bernhard Stoer.

Dass der Radverkehr in Solingen wachsen wird, daran besteht für den ADFC jedenfalls kein Zweifel. So nehme die Anzahl der Pedelecs schon seit geraumer Zeit spürbar zu, erklärte Sprecher Stoer.