Verkaufsoffener Sonntag: Verdi wartet mit Prüfung auf Solinger Amtsblatt

Verkaufsoffene Sonntage in Solingen : Verkaufssonntag: Verdi wartet auf Amtsblatt

Die Dienstleistungsgewerkschaft prüft den Ratsbeschluss über offene Läden am 28. Oktober anlässlich des Müngstener Brückenfest in der Innenstadt erst ab Mittwoch.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Düssel-Rhein-Wupper hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob sie gegen den verkaufsoffenen Sonntag in der Solinger Innenstadt anlässlich des Brückenfestes am 28. Oktober vor Gericht ziehen will. „Wir haben noch keine ordnungsbehördliche Verordnung über diesen verkaufsoffenen Sonntag gesehen“, sagte Gewerkschaftssekretärin Miriam Jürgens.

Das heißt: Erst wenn der Ratsbeschluss vom 27. September im Amtsblatt der Stadt Solingen veröffentlicht worden ist, hat die Gewerkschaft eine Grundlage, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. „Wir wissen zurzeit nicht, zu welchen Kriterien der verkaufsoffene Sonntag in der Stadtmitte stattfinden soll. Erst wenn wir die ordnungsbehördliche Verordnung haben, können wir genau prüfen und abschätzen, ob wir klagen werden“, so Miriam Jürgens.

Das Amtsblatt der Stadt Solingen erscheint in der Regel wöchentlich jeden Donnerstag. In der Ausgabe vom 4. Oktober war der Ratsbeschluss vom 27. September noch nicht aufgenommen worden. In der jüngsten Ratssitzung waren die beiden verkaufsoffenen Sonntage am 28. Oktober und am 16. Dezember (Weihnachtsmarkt) in der Stadtmitte beschlossen worden. Schon vor Monaten hatte Ohligs eine Zustimmung für offene Läden am 28. Oktober erhalten. Das war unstrittig.

Im heute erscheinenden städtischen Amtsblatt ist der Ratsbeschluss über die verkaufsoffenen Sonntage vom 27. September indes aufgeführt, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Damit kann die Dienstleistungsgewerkschaft nun formal ihre Prüfung starten. „Wir sind gerne gesprächsbereit, gleichwohl sind wir grundsätzlich gegen verkaufsoffene Sonntage“, betonte Miriam Jürgens. Und es brauche eben die ordnungsbehördliche Verordnung, damit man sehen könne, ob etwas am Konzept geändert worden ist. Denn Verdi hat im Vorfeld eine kritische Einschätzung zum verkaufsoffenen Sonntag am 28. Oktober in der Stadtmitte der Stadtverwaltung zukommen lassen. „Für uns ist die vorgegebene Passantenfrequenz nicht nachvollziehbar. Die Veranstaltungen zum Brückenfest sind für uns unbedeutend und belanglos. Das reicht für eine Ladenöffnung am Sonntag nicht aus“, sagte die Gewerkschaftssekretärin.

Das wiederum kann Susanne Garpheide-Keusen vom Werbe- und Interessenring W.I.R. Innenstadt nicht nachvollziehen: „Unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wir haben einiges auf die Beine gestellt und nehmen viel Geld in die Hand.“ So wird im oberen Teil der Hauptstraße ein „Budenzauber“ angeboten, auf dem Mühlenplatz ist das Autohaus Stamm vertreten. Hier können Kinder auch ein Auto anmalen. In einem Zelt am Fronhof wird ein Film über die Müngstener Brücke laufen, bei der Malstation des „Affentheaters“ haben die Kinder zudem Gelegenheit, die Eisenbahnbrücke nach Vorlage abzumalen und eventuell einen Preis zu gewinnen. Angeboten wird unter anderem auch eine Musikrallye mit jungen Bands, auf dem Neumarkt stellt Zweirad Legewie E-Bikes vor. Das Spielmobil ist dort zu finden. Und eben offene Läden in der Stadtmitte von 13 bis 18 Uhr – sofern Verdi nicht gegen den verkaufsoffenen Sonntag klagt und damit Erfolg vor Gericht hat.

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