Vereine wie "Solingen hilft" sind auf Spenden angewiesen

Verein „Solingen hilft“ : Wenn jeder Euro wahren Segen bedeutet

Vereine wie „Solingen hilft“ sind auf Spenden von Bürgern angewiesen – und können mit den Geldern konkrete Maßnahmen ergreifen.

Im Frühjahr wird Dr. Christoph Zenses wieder nach Griechenland reisen: Im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos will er sich um die Gestrandeten aus den Krisenregionen des Nahen Ostens kümmern. Hilfe tut dort bitter not: Denn die Bedingungen, unter denen tausende Menschen im früheren Militärcamp leben, beschreiben Beobachter als verheerend.

Auch Zenses konnte sich davon bei einem früheren Aufenthalt ein Bild machen. „Die medizinische Versorgung in Moria ist katastrophal“, sagt der 58-Jährige. Es fehle an Medikamenten. Wunden, die sich die Flüchtlinge auf ihrer beschwerlichen Reise zuzogen, blieben unversorgt, und die Enge begünstige die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Ganz zu schweigen von Gewalttätigkeiten, mit denen die Menschen auf der Suche nach Sicherheit – unter ihnen ein hoher Prozentsatz an Kindern – regelmäßig konfrontiert würden.

„Jeder Euro hilft“, sagt Zenses. Zuerst will er sondieren, welche Hilfsgüter genau gebraucht werden. Dann geht für den Solinger Internisten und seine Mitstreiter die eigentliche Arbeit erst richtig los: Die Hilfe in Moria soll das erste Projekt in der Geschichte des neuen Vereins „Solingen hilft“ sein. Den gründete der Bundesverdienstkreuzträger Zenses mit sechs Weggefährten im Herbst, um Menschen in Notlagen effektiver unterstützen zu können. Angewiesen ist die Initiative wie so viele andere Vereine auf Spenden. Sie ermöglichen den Kauf von Medikamenten, Matratzen für Menschen, die seit Jahren auf hartem Boden übernachten, und anderen wichtigen Gütern. „Die ersten Spenden haben wir frühzeitig bekommen“, freut sich Mitgründer Uli Preuss.

Ein wahrer Segen für das derzeit zwölfköpfige Team von „Solingen hilft“ ist eine Zuwendung aus der Lukas Klinik: „Spenden statt Schokolade“ schreiben sich die Mitarbeiter des Pflegedienstes dort schon lange auf ihre Fahnen. So blieben die traditionell von der Krankenhaus-Direktion verteilten „Bunten Teller“ erneut leer. Den Gegenwert der Süßigkeiten von 1500 Euro spendeten die Mitarbeiter dem neu gegründeten Verein. „Es ist ein wunderbares Gefühl, in einer Stadt zu leben, in der sich die Bürger für Andere verantwortlich fühlen, denen es nicht so gut geht“, sagt Preuss. „Wir sind sicher, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird“, ergänzt wiederum Jens H. Robra, Pflegedirektor am Ohligser Krankenhaus.

Die Unterstützung der Flüchtlinge an Europas Außengrenzen soll indes nur eine Säule der Vereinsarbeit sein, betonen seine Gründer. „Solingen hilft“ wolle auch Menschen innerhalb der Klingenstadt helfen – unabhängig von den finanziellen Engpässen der öffentlichen Hand. Auch dabei hoffen die Mitglieder des Vereins auf die Unterstützung aus der Bevölkerung: Zweckgebunden wollen sie für ihre Hilfsprojekte weitere Spenden sammeln.

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