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Veranstalter denken an abgespeckten Zöppkesmarkt in Solingen

Solinger Zöppkesmarkt 2020 : Veranstalter denken an kleineren „Zöppi“

Kann das Volksfest 2020 stattfinden? Die Macher sind – trotz Corona-Krise – vorsichtig optimistisch. Allerdings ist wohl nur eine abgespeckte Version möglich. Zudem ist eine Verlegung um ein paar Wochen denkbar. Die Entscheidung fällt im Mai.

Seit über einem halben Jahrhundert schon ist der Zöppkesmarkt eine echte Solinger Institution. Und das soll nach dem Willen der Veranstalter auch im Corona-Krisenjahr 2020 so bleiben. Denn geht es nach der Gesellschaft zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums, wird das größte Volksfest in der City im Herbst in einer zumindest abgespeckten Version stattfinden.

Das hat der Vorsitzende des Brauchtumsvereins Falk Dornseifer in dieser Woche bestätigt. Der Verein steht hinter der Zöppkesmarkt-Gesellschaft und war vor einigen Jahren ins Leben gerufen worden, als es darum ging, den Markt auf neue Beine zu stellen. Seit dieser Zeit haben sich die Aufgaben erheblich erweitert. Doch da der City-Trödel weiter das Hauptanliegen des Vereins zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums ist, wollen die Verantwortlichen nun versuchen, im kommenden September wenigstens einen kleineren Zöppkesmarkt zu stemmen.

„Eine Entscheidung wird in Abstimmung mit der Stadt Ende Mai fallen“, sagte Vereinschef Dornseifer, der am Freitag zudem von einem ungebrochenen Run der Teilnehmer auf den Zöppkesmarkt berichtete. So seien allein in den zurückliegenden Tagen etliche neue Anmeldungen für das Volksfest eingegangen. Was die Macher des „Zöppi“ wiederum als zusätzlichen Ansporn nehmen, der Corona-Krise zum Trotz auch 2020 ein buntes Fest zu organisieren.

Gleichwohl werden sich die Zöppkesmarkt-Teilnehmer und -Besucher, sollte die Veranstaltung stattfinden, im Vergleich zu den Vorjahren auf einige Veränderungen einstellen. So ist es möglich, dass der Markt um zwei bis vier Wochen nach hinten verlegt wird – zum Beispiel auf Ende September. Und ein Riesenrad auf dem Neumarkt dürfte es wohl auch nicht geben. Falk Dornseifer: „Das sehe ich dieses Jahr eher nicht“.

Falk Dornseifer ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums und Organisator des Zöppkesmarktes in der Innenstadt. Foto: Guido Radtke

Tatsächlich rechnet der Vereinsvorsitzende damit, dass das Veranstaltungsjahr 2020 nur sehr langsam wieder in die Gänge kommt. „Ich gehe davon aus, dass die ersten kleineren Veranstaltungen im Juli über die Bühne gehen können“, sagte Dornseifer, der gleichzeitig betonte, die Gesundheit der Menschen müsse natürlich  die oberste Priorität besitzen.

Darüber hinaus zeigte sich der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums überzeugt, dass die Veranstaltungsbranche auch in Solingen die Krise noch lange spüren wird. Der Grund: Selbst bei einem Abflachen der Neuinfektions-Kurve in ein paar Wochen wird es mit Sicherheit einige Zeit dauern, bis alle Rädchen wieder wie früher ineinander greifen werden.

Beispielsweise müsste im Vorfeld von größeren Veranstaltungen in der näheren Zukunft unter anderem geklärt werden, inwieweit das Rote Kreuz beziehungsweise andere Hilfsorganisationen in der Lage sind, Sanitäter sowie Helfer in ausreichender Zahl abzustellen, steht doch schon heute fest, dass die Verbände noch weit über die Hoch-Zeit der Corona-Krise hinaus personell stark belastet sein werden.

Dementsprechend bleibt bis auf Weiteres abzuwarten, wie vor allem kleinere Veranstalter die Krise überstehen können. „Vielen sind von einem auf den anderen Tag sämtliche Einnahmen weggebrochen“, verdeutlichte Falk Dornseifer nun noch einmal den Ernst der Lage, in der sich fast die gesamte Branche befindet.

Der Verein zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums seinerseits konnte in den zurückliegenden Jahren genügend Reserven ansammeln, um die momentane Situation zu meistern. Umso größer ist jetzt der Wunsch, mit einem, wenn auch abgespeckten „Zöppi“ ein Zeichen zu setzen. Dornseifer: „Wir wollen, wenn es geht, Mut machen“.