Uwe Rütjes soll den TSV Aufderhöhe retten

Fußball : Rütjes soll den TSV Aufderhöhe retten

Neuer Trainer vor dem Abstiegsgipfel präsentiert. In Wald steht das Derby der möglichen Fusions-Partner an.

Vor einem Bezirksliga-Spieltag, an dem sich zumindest in der Klingenstadt sonst wohl alles um das Lokalduell zwischen Wald 03 und dem VfB Solingen drehen würde, schreibt mit dem TSV Aufderhöhe nun doch ein anderer Verein die größte Geschichte. Am Wochenanfang trennte sich der abgerutschte Aufsteiger von Trainer Daniel Redmer, nun präsentierte sich am Donnerstagabend dessen Nachfolger bei der Elf: Uwe Rütjes übernimmt den TSV.

Der 43-jährige Trainer, vor rund 15 Monaten beim VfB ausgeschieden, und der TSV: eine naheliegende Übereinkunft. Der TSV betont aber, dass diese Lösung keineswegs parat in der Schublade gelegen habe. Frischer Wind einer externen Lösung war gefordert. Geschäftsführer Yorik Heiber: "Wir haben nach einem erfahrenen Trainer gesucht, der die Liga kennt, keine lange Eingewöhnungszeit benötigt und gut ins Trainerteam passt." Die Gespräche charakterisiert er als "schnell und unkompliziert".

Und damit anders als die sportliche Lage in Aufderhöhe: Fünf Punkte sind es zur direkten Rettung - am Sonntag geht es zum Letzten nach Benrath. Ein sehr fordernder Einstieg, ist der TSV doch ab 15.30 Uhr ebenso wie die punktgleichen Gastgeber zum Siegen verdammt. Übrigens: Benrath hat trotz der letzten 0:6-Niederlage gegen Berghausen nicht wie zu Wochenanfang selbst angedeutet seinen Trainer entlassen. Andreas Kober bleibt der Chef im Düsseldorfer Süden.

Nichtsdestotrotz: In Solingen steht am Sonntag ab 15 Uhr das Derby an der Carl-Ruß-Straße im Fokus. Mit Wald 03 und VfB treffen - die einen im Mittelfeld, die anderen in guter Verfolgerposition weit oben - die beiden Vereine aufeinander, die aktuell hinter verschlossenen Türen darüber reden, zu fusionieren. "Für uns ist es aber ein Ortsderby wie immer", sagt 03-Trainer Helmut Pabst, "was in Zukunft ist, weiß man nicht." Seine Elf gehe einfach mit Spaß ins Spiel.

Auch den VfB belasten eher andere Dinge. "Wir haben uns länger unterhalten. Wir werden unsere Einstellung wieder ändern müssen." VfB-Trainer Sahin Sezer war mit den vergangenen Wochen keineswegs einverstanden. Nicht nur im Spiel: Bereits im Trainingsbetrieb habe sich die letzte Niederlage gegen Dormagen angebahnt. "Daher ist ein Derby jetzt gut. Da sind alle zu 100 Prozent da und als Trainer braucht man niemanden extra zu motivieren." Sezer will, dass seine Elf die aktuell gute Position für den Endspurt ausbaut.

Bei Wald 03 gibt es derweil positive Zeichen, dass mit Pascal Magner und Alessio Varratta zwei schmerzlich vermisste Innenverteidiger zurückkehren. Pabst: "Mit ihnen wäre uns sehr geholfen."

Wenn auch anderer Natur als Kellerkind Aufderhöhe, Sorgen hat der SV DITIB auch. Fünf Liga-Spiele konnte der ehemalige Spitzenreiter zuletzt nicht gewinnen. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um eine Serie zu starten", sagt Trainer Zeljko Nikolic vor dem Auftritt bei Abstiegskandidat FC Zons. Weil der Weyersberg gesperrt ist, kann seine Elf aktuell nur in der Halle trainieren. Keine optimalen Voraussetzungen. Nikolic lakonisch: "Damit muss man leben, wenn man im Bergischen Land lebt." Bei einer Team-Sitzung wurden die Fehler der letzten Wochen klar angesprochen. "Diese Probleme müssen wir jetzt lösen", fordert Nikolic.

(RP)
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