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Solingen: Untersuchungen und Vorträge

Solingen : Untersuchungen und Vorträge

Neben Informationsständen und Vorträgen wurden bei der mittlerweile 14. Auflage des Gefäßtages auch Messungen der Beinarterien vor Ort für die Besucher im Clemenssaal an der Goerdelerstraße angeboten.

Mit einer kleinen Ultraschallsonde fährt Nadine Hammacher über die Wade einer Besucherin, um so die Blutströmungen zu messen. Wie auch beim Blutdruckmessen am Arm wurde die Blutzufuhr an der Wade zuvor mit einer Manschette abgeklemmt. Nach dem Lösen der Manschette misst die Sonde, wie schnell das Blut wieder durch die Arterien fließt. Rund 20 dieser sogenannten Doppleruntersuchungen führt die medizinische Fachangestellte bei Besuchern des Solinger Gefäßtages durch, um die Gefäße so auf Durchblutungsstörungen zu untersuchen. Am Samstag veranstaltete das Solinger Gefäßzentrum gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe für Gefäßerkrankungen den 14. Gefäßtag im Clemenssaal an der Goerdelerstraße. Neben einem breiten Informationsangebot wurden mehrere Vorträge zu Durchblutungsstörungen, operativen Behandlungsmöglichkeiten sowie zu Schlaganfällen gehalten.

Außerdem konnten die Besucher Messungen der Beinarterien, der Venen und Blutdruckmessungen vornehmen lassen. "Hier können sich die Leute besonders umfassend informieren, vielleicht mehr als bei einem Arztbesuch", sagt Hammacher. Zum Gefäßtag kämen sowohl Betroffene, die sich Tipps zur Behandlung von Gefäßleiden holen wollen. Viele kommen aber auch nur zur Vorsorge – und, um sich schlau zu machen. "Bei der Doppleruntersuchung habe man in der Regel lediglich einen Besucher des Gefäßtages mit einem wirklich schlechten Befund." "Gefäßkrankheiten sind zu 80 Prozent eine Wohlstandskrankheit", erklärt Dr. Stephan Kochen von der Gefäßpraxis Solingen. "Die Leute bewegen sich einfach zu wenig, dazu kommt eine viel zu kalorienreichere Ernährung als noch vor 20 Jahren." Jeder fünfte im Alter über 75 Jahren sei von Gefäßleiden betroffen, so Kochen. Deswegen sei der Gefäßtag eine wichtige Veranstaltung: "Die Besucher, die zu uns kommen, sind sehr engagiert und wollen erfahren, wie sie ihre Krankheit aktiv mit beeinflussen können."

Hannelore Bick hat bereits seit fünf Jahren große Wadenbeschwerden, bedingt durch arterielle Durchblutungsstörungen. "Ich bin hergekommen, um noch mehr über die Krankheit zu erfahren und was ich selbst noch zur Verbesserung beitragen könnte", erklärt die Solingerin. Regelmäßig nimmt Bick an den Gymnastikkursen der Selbsthilfegruppe in Ohligs teil, aber auch über operative Behandlungsmöglichkeiten will sie sich auf dem Gefäßtag informieren. "Ich wollte mich noch einmal intensiv mit der Krankheit befassen, da man sie doch oft unterschätzt", so Bick.

(fmh)