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Unternehmer aus Solingen: Johannes Dinnebier ist gestorben

Unternehmer aus Solingen : Trauer um „Hannes“ Dinnebier

Der Licht-Designer Johannes Dinnebier ist vor einer guten Woche kurz vor seinem 94. Geburtstag gestorben. Der Gründer der Dinnebier Licht GmbH hinterlässt fünf Kinder und zehn Enkel.

Der Solinger Unternehmer Johannes Dinnebier ist in der vergangen Woche gestorben. Wie der geschäftsführender Gesellschafter Daniel Klages am Montag mitteilt, starb er am 17. Januar kurz vor seinem 94. Geburtstag. Der Gründer der Dinnebier Licht GmbH hinterlässt fünf Kinder und zehn Enkel.

„Hannes“ Dinnebier war ein Pionier der „Lichtplanung“ und konzipierte die Beleuchtung von Großprojekten wie den Flughäfen Istanbul und Moskau oder des Regierungsviertels in Riad. Er schuf stimmungsvolles Licht für zahllose Kirchen, eine Moschee in Islamabad, aber auch für Säle, Läden und Wohnhäuser. Auf der Weltausstellung in Montreal war er mit einer Lichtsäule vertreten.

Zudem interessierte er sich für historische Bauwerke, rettete zahlreiche vor dem Verfall oder Abriss. Mit der Bausmühle restaurierte er in den frühen 60er Jahren einen barocken Gewerbebau und Bauernhof. Dass die Bausmühle zum ersten Solinger Baudenkmal wurde, haben die Dinnebiers damals selbst auf den Weg gebracht. Sie hatten das alte Gemäuer vor dem drohenden Abriss geschützt und umgebaut. Später folgte mit dem Zieleskotten erneut ein Fachwerkhaus, mit Schloss Lüntenbeck eine Gutsanlage. In letzterem war seine Firma fast 50 Jahre beheimatet. Dinnebier sorgte für die Beleuchtung des Theaters und baute den Wasserturm Gräfrath zum „Lichtturm“ um.

Nebenbei engagierte sich Johannes Dinnebier in der antiautoritären Bildungsbewegung mit der Gründung einer Vorschule. Der Bund Deutscher Architekten berief ihn als Mitglied.

Seine Kindheit verbrachte er im heutigen Tschechien und erlebte im Krieg die Bombardierung von Dresden mit. Als Heimatvertriebener war er nach dem Krieg nach Kassel gekommen. Nach Stationen als Schuhhersteller, Eselstreiber, Barkeeper, Skilehrer und Obsthändler kam er zufällig in Berührung mit dem Lampenbau. Er begann in Düsseldorf mit Lampen zu handeln und lernte die Innenarchitektin Elisabeth Schneider kennen. Sie gründeten ein Lampengeschäft, das sich schon bald zu einem Planungsbüro mauserte.

(red)