Solingen : Unter Strom

Julia Ogiermann ist Umweltberaterin der Verbraucherzentrale und rät, den Stromanbieter einfach zu wechseln, wenn dieser vergleichsweise hohe Tarife verlangt.

Verbraucherschützer fordern in einer neuen Kampagne Stromkunden zum Wechsel ihrer Anbieter auf, sofern diese vergleichsweise hohe Tarife verlangen. So könnten die Haushalte Geld sparen und zugleich den Druck auf die Energiekonzerne erhöhen. Redakteur Stephan Meisel befragte Julia Ogiermann, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale.

Frau Ogiermann, im Internet ist auf der Seite www.toptarif.de ein Strompreisrechner, der mir einen Vergleich ermöglicht. Worauf muss ich achten?

Ogiermann Es gibt verschiedene solcher Internetseiten, die einen Überblick über verschiedenartige Stromanbieter geben. Beim Vergleich sollten immer die Bruttoendpreise zugrunde gelegt werden.

Ich habe meinen Jahresverbrauch in den Vergleichsrechner eingegeben und festgestellt, dass mein heutiger Stromversorger preislich von acht Mitbewerbern deutlich unterboten wird. Vor allem Familien können leicht dreistellige Beträge sparen. Zu welchem dieser Anbieter soll ich wechseln? Zum günstigsten? Oder spielen weitere Kriterien eine Rolle?

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Ogiermann Sie müssen sich auf alle Fälle Zeit nehmen, das Kleingedruckte in den Vertragsbedingungen zu lesen. Zum Beispiel sollten Sie keine Jahres-Vorauszahlung — also keine Vorkasse — leisten, weil im Falle einer Insolvenz des neuen Anbieters Ihr Geld weg wäre.

Gibt es weitere Punkte, auf die ich achten muss?

Ogiermann Ja, zum Beispiel auf kurze Vertragslaufzeiten — maximal ein Jahr — und kurze Kündigungsfristen, nämlich innerhalb eines Monats. Ferner muss Klarheit über das Datum des Lieferbeginns und eine mögliche Preisanpassungsklausel bestehen.

Der Wechsel wird bei den Internet-Vergleichen als denkbar einfach geschildert. Der neue Anbieter kündigt angeblich den alten Vertrag. Funktioniert das alles wirklich so reibungslos?

Ogiermann Wenn man die genannten Punkte alle geprüft hat, ist der Wechsel tatsächlich supersimpel. Ich habe jedenfalls hierzu noch keine negativen Rückmeldungen bekommen. Teilen Sie dem neuen Versorger einfach den Namen des alten mit, Zähler- und Kundennummer sowie den letzten Jahresverbrauch. Zum Stichtag erfolgt dann — ähnlich wie bei einem Umzug — die Endabrechnung vom alten Versorger.

Wenn ich gewechselt habe und nach einiger Zeit im Preisvergleich erneut günstigere Anbieter finde: Soll ich dann wieder wechseln?

Ogiermann Wenn Sie für den ständigen Vergleich die Zeit und Energie aufbringen und die Bedingungen des neuen Vertrags eingehalten werden — warum nicht?

(RP)