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Solingen: Unnersberger Geschichten

Solingen : Unnersberger Geschichten

Hannelore Krebs wurde 1936 am Unnersberg geboren. Noch heute lebt die Grafik-Designerin in ihrem Elternhaus. Jetzt hat sie ihre Familienchronik herausgegeben, die auch ein spannendes Stück Heimatgeschichte ist.

Noch sind die Früchte grün, die an dem kapitalen Walnussbaum hängen, der als Titelgeber für das Buch von Hannelore Krebs dient. Gerne geht die 74-Jährige in den Garten hinter ihrem Elternhaus am Unnersberg 69, wo sie aufgewachsen ist und noch heute lebt. Ihr Buch "Ongerm Nuotenboum" ist in der Reihe der Publikationen der Mundartgruppe Hankggeschmedden jetzt zum Zöppkesmarkt erschienen. Die Familiengeschichte der Hannelore Krebs ist auch eine Geschichte vom Unnersberg. Sie ist in Solingen Mundart geschrieben und mit alten Fotos, Dokumenten und Zeichnungen angereichert. Hannelore Krebs hat nämlich bis vor wenigen Jahren als selbstständige Grafikdesignerin im Berufsleben gestanden.

70 Jahre Familiengeschichte

"Wer ein Leben lang kreativ war, kann nicht auf einmal damit aufhören", sagt die 74-Jährige, und so entschloss sie sich vor zirka einem Jahr, bei den Hangkgeschmedden aktiv zu werden, einem Verein, zu dem der Vater von Hannelore Krebs schon Kontakte pflegte. Walter Krebs war Einsteckreider und Messerschmiedemeister, wohnte und arbeitete am Unnersberg. Dort sind auch die "Plaudereien unterm Nussbaum", wie Hannelore Krebs im Vorwort ihre Geschichten überschreibt, angesiedelt. Vor allem, im Garten zu sitzen, wo noch heute die Nachbarskinder ein Paradies vorfinden, war für die Familie besonders schön. Dort wurden auch jene Geschichten erzählt, die Hannelore Krebs jetzt in ihrem Buch niedergeschrieben hat. Freud und Leid durchlebte die alte Unnersberger Familie in den vergangenen 70 Jahren. Vater Walter und Mutter Emmi hat die Autorin ihr Hauptaugenmerk gewidmet, und sie ist sicher, ihr Vater wäre stolz auf sie, könnte er das Buch noch in den Händen halten. Denn von ihm hat Hannelore Krebs das Plattsprechen gelernt. Die jüngeren Kinder aus der Nachbarschaft verstehen das Solinger Platt nicht mehr. Bis auf eine Ausnahme: der zehnjährige Sebastian, für den Hannelore Krebs so etwas wie eine Ersatzoma geworden ist. Er lernt hier und da sogar schon mal ein kleines Gedicht in Platt auswendig, wie Hannelore Krebs erzählt, und er hatte sogar schon einen Auftritt bei den Hangkgeschmedden, die sich auch in Zukunft bemühen werden, die Solinger Mundart lebendig zu halten. So wie Hannelore Krebs in ihrem neuen Buch.

(RP)