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Solingen: Unfallopfer hatte Kopfhörer auf

Solingen : Unfallopfer hatte Kopfhörer auf

Der 14-Jährige, der Donnerstag tödlich verunglückte, soll achtlos auf die Straße gelaufen sein. Doch wird noch gegen die Solingerin ermittelt, die den Jungen mit ihrem Auto erfasste. Freunde des Schülers trauern im Internet.

Einen Tag nach dem schweren Verkehrsunfall in Ohligs, bei dem ein 14-jähriger Schüler sein Leben verlor, haben die Ermittler inzwischen genauere Erkenntnisse, wie sich das Unglück zutrug. "Der Junge hatte in beiden Ohren Ohrstöpsel eines iPod, als er die Straße betrat", sagte gestern Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert als Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Wuppertal. Darüber hinaus bestätigten sich bereits kurz nach dem Unfall geäußerte Vermutungen, wonach der 14-Jährige bei Rot die vielbefahrene Kreuzung Obere Hildener Straße / Bahnstraße / Kasparstraße überqueren wollte.

Doch obwohl dadurch wahrscheinlicher wird, dass die Frau, die den Schüler anfuhr, keine Verantwortung für dessen Tod trägt, wird weiterhin auch noch gegen die 29-jährige Solingerin ermittelt. Sie hatte den 14-Jährigen am Donnerstagmorgen gegen 7.55 Uhr mit ihrem Opel erfasst. Der Junge war durch den Aufprall zu Boden geschleudert worden und hatte sich dabei so schwere Kopfverletzungen zugezogen, dass er später im Klinikum Solingen starb. "Ermittlungen wegen einer möglichen fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr sind bei einem solchen Unfall aber ganz normal und werden immer durchgeführt", sagte gestern ein Sprecher der Polizei. Dies bedeute aber nicht, dass die Frau tatsächlich eine Mitverantwortung für den Tod des Schülers trage.

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Um sich ein möglichst vollständiges Bild vom Unfallhergang machen zu können, untersuchten mehrere Polizeibeamte gestern Morgen noch einmal die Unfallstelle. Die Spezialisten des Polizeipräsidiums maßen unter anderem die Abstände zwischen den Markierungen auf dem Asphalt. Zum Einsatz kam dabei das Verfahren der sogenannten digitalen Fotometrie. Dieses ermöglicht eine besonders genaue Ermittlung von unfallrelevanten Daten und wird von der Polizei seit einiger Zeit immer dann eingesetzt, wenn es besonders schwere Unfälle aufzuklären gilt. Infolge des Polizeieinsatzes kam es gestern morgen rund um den Unfallort zu Staus. "Das ließ sich leider nicht vermeiden", sagte der Polizeisprecher, der auf das Verständnis der Autofahrer hoffte.

Unter den Freunden des Jungen, der in die achte Klasse der Friedrich-Albert-Lange-Schule ging, herrschte gestern weiter Fassungslosigkeit. Zwar waren an der Schule selbst keine Kerzen aufgestellt. Auf der Facebookseite des Opfers im Internet trauerten aber die Freunde und Bekannten des 14-Jährigen. "In unseren Herzen lebst du weiter", hieß es in einem Eintrag. Und die meisten fragten nach dem Grund für das schreckliche Geschehen: "Wir brauchen dich — warum du?"

(RP/ila)