Solingen: Umleitung soll Pendler aus Verkehrschaos lotsen

Solingen: Umleitung soll Pendler aus Verkehrschaos lotsen

In den Herbstferien dürfte sich die Stausituation rund um die A 3 bessern. Der Härtetest steht aber noch aus, wenn 2014 der Anschluss Solingen geschlossen wird. Straßen NRW hat einen Zwei-Stufen-Plan.

Heute haben die Solinger Pendler gute Chancen, zügig zur Arbeit zu kommen. Beim Landesbetrieb Straßen NRW rechnen die Verantwortlichen damit, dass es an der Anschlussstelle zur A 3 in Wiescheid zügiger vorangeht als noch vergangene Woche. Der Grund: Heute ist der erste schulfreie Tag der Herbstferien. Und dadurch sind erfahrungsgemäß weniger Autos unterwegs.

"Die Lage entspannt sich", sagte jetzt eine Sprecherin von Straßen NRW. Als der Landesbetrieb vor einer Woche an der Auffahrt Immigrath an der A 542 in Langenfeld eine Baustelle einrichtete, war die Situation noch anders. In den ersten Tagen brach der Verkehr großteils zusammen. Die sprichwörtlichen Blechlawinen zogen sich von Immigrath über die A 3-Anschlussstelle in Wiescheid bis Aufderhöhe und Ohligs.

Selbst Straßen NRW spricht von einem "Verkehrschaos". Dies sei zwar erwartet worden. Dennoch wolle man an der ohnehin überlasteten A 3-Auffahrt Solingen die Folgen so gering wie möglich halten — zumal die Baustelle in Immigrath erst der Anfang eines Baumarathons ist, mit dem die Anbindung der Klingenstadt an die A 3 bis 2015 verbessert werden soll.

Deshalb verfolgt der Landesbetrieb einen Plan in zwei Stufen. "Zum einen suchen sich viele Autofahrer nach den ersten Tagen andere Routen", sagte am Wochenende Dietmar Giesen als zuständiger Projektleiter bei Straßen NRW. So registrierte er schon Ende vergangener Woche eine Entspannung.

Allerdings: Solinger Pendler, die nach Düsseldorf oder Köln wollen, haben keine andere Wahl, als über Wiescheid zu fahren. Das wird ab Mai zum Problem, wenn nach den Arbeiten in Immigrath die A 3-Auffahrt in Wiescheid für acht Monate dicht gemacht wird. Dann soll Teil B des Planes von Straßen NRW greifen. In dieser Zeit werden die Autofahrer über die Haus-Gravener-Straße nach Langenfeld und dort zu der wieder in beiden Richtungen offenen Auffahrt Immigrath umgeleitet.

Ein Umweg, der sich lohnen könnte. Denn erstens ist diese Strecke für genauso viele Fahrzeuge ausgelegt wie der heutige Weg zur Autobahn. Und zweitens dürfte es weniger Verkehr durch Pendler aus Nachbarstädten wie Leichlingen geben, weil diese die dann gesperrte Zufahrt in Wiescheid ohnehin nur selten nutzen.

Straßen NRW ist zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Landesbetrieb führte etliche Gespräche mit den Städten Langenfeld und Solingen sowie der Bezirksregierung. "Alle arbeiten zusammen, um die Behinderungen gering zu halten", sagte Projektleiter Giesen.

Ausschließen lassen sich Störungen aber nicht. Im Gegenteil: Wenn die Herbstferien enden, wird der Verkehr wieder zunehmen. Ab November ist erneut mit Staus zu rechnen. Eine Besserung ist erst in Sicht, wenn die Arbeiter ab Dezember drei Monate Winterpause einlegen.

(RP)
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