Über 140 Kindergartenplätze fehlen

Solingen : Über 140 Kindergartenplätze fehlen

Vor allem bei den Drei- bis Sechsjährigen gibt es Nachholbedarf. Neubauten sollen vorgezogen werden.

In Solingen gibt es immer noch zu wenig Kindergartenplätze - obwohl die Stadt mit Hochdruck am Ausbau der Kinderbetreuung arbeitet und in den vergangenen Jahren mehrere Einrichtungen gebaut wurden. Aktuell gibt es für 76 Kinder zwischen drei und sechs Jahren (Ü 3) keinen Platz. Das geht aus einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss hervor. In den nächsten zwei Jahren werden voraussichtlich sogar 120 Plätze fehlen. Bei den unter Dreijährigen (U 3) sehe es etwas besser aus, schreiben die Fachleute: Hier fehlten rechnerisch 70 Plätze in Kindertagesstätten. Die könnten kurzfristig jedoch bei Tagesmüttern oder -vätern angeboten werden, heißt es.

Um die Situation zu entzerren, will die Stadt einige Kindertagesstätten früher bauen als ursprünglich geplant. 53 zusätzliche Gruppen hat der Rat 2016 beschlossen, 20 seien bereits in Betrieb. Wenn die Gebäude nicht pünktlich zum Start des Kindergartenjahres fertig werden, behilft sich die Stadt mit "Vorläufergruppen": Die Kinder werden so lange an einem Ersatzstandort betreut, bis das eigentliche Kitagebäude fertiggestellt ist. Solche Provisorien sind die ehemaligen Schulen an der Elsa-Brändström-Straße (derzeit frei) und am Fürker Irlen: Hier ist bereits die künftige Kita des Vereins Pinocchio mit zwei Gruppen an den Start gegangen. Mit dem Bau ihres Gebäudes an der Hansastraße in Ohligs wurde noch nicht begonnen. Es soll Ende 2018 fertig sein.

Bis 2022 sollen drei weitere Kindergärten in Mitte, zwei in Wald sowie je eine in Gräfrath und in Burg/Höhscheid errichtet werden. Fast fertig ist die städtische Kita am Rathaus, in die Ende des Jahres Kinder und Erzieher einziehen sollen. Auch zwei weitere Einrichtungen am Rennpatt und an der Höhscheider Straße sollen Anfang 2018 eröffnet werden. Hier will die Stadt ebenfalls die Trägerschaft übernehmen. Weil vor allem für ältere Kinder Plätze fehlen, sollen in den neuen Einrichtungen mindestens eine oder zwei Gruppen für die Drei- bis Sechsjährigen eingerichtet werden. Bereits seit Jahren klagen Eltern, dass sie ihre Kinder bereits mit zwei Jahren in die Kita bringen, weil sie fürchten, ein Jahr später keinen Platz mehr zu bekommen. Mit mehr reinen Ü 3-Gruppen soll dem Wunsch nach einem späteren Einstieg Rechnung getragen werden. Gleichzeitig gebe es andere Eltern, die bereits für ihr Einjähriges einen Kitaplatz benötigen. Kleinkinder werden derzeit vor allem von Tagesmüttern betreut. In der Tagespflege gibt es derzeit 350 Plätze.

Für die beiden neuen Kindertagesstätten in Mitte und in Aufderhöhe haben Eltern, Kinder und Mitarbeiter der Tageseinrichtungen jeweils Namensvorschläge gemacht. Die neue Rathaus-Kita soll demnach "Klingenbande" heißen. Für die Einrichtung an der Höhscheider Straße wurde "Opderhüh", vorgeschlagen: Aufderhöhe auf Solinger Platt. Die beiden Bezirksvertretungen müssen die Namensgebung noch beschließen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE