Bezirk Mitte: Über 14 Treppen hoch zum Theater

Bezirk Mitte : Über 14 Treppen hoch zum Theater

Die Umfeldverbesserung des Theater und Konzerthauses wird in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Angriff genommen.

Es ist ein dominantes Gebäude mit langer Ausrichtung, das Theater und Konzerthaus an der Konrad-Adenauer-Straße, doch "durch die Schnelllebigkeit der Hauptverkehrsachse nimmt man das Gebäude nicht wahr", sagt Landschaftsarchitekt Udo Jochems vom Solinger Architektenbüro Landschaft + Garten.

Das Unternehmen ist bei einem Wettbewerb mit dem Ziel angetreten, dem Umfeld des Theater und Konzerthauses "im Rahmen der Möglichkeiten ein neues Gesicht mit städtischem Flair zu geben". In der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte stellte Jochems jetzt seine Pläne vor, die in der zweiten Jahreshälfte 2014 umgesetzt werden sollen.

Im Mittelpunkt steht eine Treppe mit 14 Stufen, um das Theatergebäude künftig von vorne zu erreichen. Zwölf Meter ist sie am Fuß der Konrad-Adenauer-Straße breit — hier entsteht zudem eine beampelte Querung rüber auf die andere Straßenseite — bis hoch zum Tickethäuschen erreicht die Treppe, versehen mit eingelassenen Lichtbanken, eine Breite von 20 Metern. "Früher gab es hier schon eine Treppe, und das war richtig", sagte Udo Jochems und betonte auf den Einwand von Rainer Gerhards (DSW) wegen der Größe der Treppe: "Ein großes Gebäude braucht eine große Treppe und keine Hühnersteige."

Allein für die geplante Treppenanlage müssen im Rahmen der insgesamt 408 000 Euro teuren Umfeldverbesserung des Theater und Konzerthauses rund 35 000 Euro aufgewendet werden. Damit Besucher nicht durch das Tickethäuschen gestoppt werden, soll dieses als Passage geöffnet und einen direkten Durchblick zum Atrium mit dem vorhandenen Wasserbecken schaffen. Die Öffnung des Kassenhäuschens ist indes noch nicht ausgemachte Sache, hier laufen derzeit durch das Kulturmanagement noch Gespräche mit den Erben des Urhebers des einst gestalteten Ensembles. Langgezogene, unterleuchtete Heckenstrukturen (1,40 Meter hoch) sollen das Umfeld unter anderem aufwerten, ebenso neue Plattenbeläge, die Bushaltestelle wird mit einem Rampenweg versehen. Taxihalteplätze und Behindertenparkplätze werden gebündelt an der Burgstraße zusammengefasst. Für schirmartige Unterstände und Sitzgelegenheiten ist hier gesorgt, die Abgrenzung zur Fahrbahn erfolgt durch eine "grüne Insel".

Der Weg von den Parkplätzen an der Teschestraße zum Haupteingang soll mit Skulpturen geschmückt werden — allerdings künftig über die Burgstraße und nicht mehr vorbei entlang des Gebäudes über die schmale Gasse. Ein Umstand, den der Vorsitzende des Initiativkreises Solingen, Jan Höttges, problematisch findet — und der auch einigen Bezirksvertretern nicht gefällt. Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann versprach, darüber im Rahmen der Entwurfsplanung noch einmal zu sprechen.

Ansonsten waren die Bezirksvertreter durchaus angetan vom Konzept des Landschaftsarchitekten, mal abgesehen davon, dass auch sechs Bäume weichen müssen. Für Rainer Gerhards (DSW) wäre zudem statt der breiten Treppe ein Aufzug im Theater und Konzerthaus dringlich — so, wie es vor kurzem schon Rainer Bohm (CDU) von der Aktionsgemeinschaft Konrad-Adenauer-Straße gefordert hatte.

Doch ein Aufzug ist in den bewilligten Mitteln — 80 Prozent tragen Bund und Land, 20 Prozent die Stadt — nicht vorgesehen. Ein gläserner Aufzug könne aber später jederzeit im Atrium eingebaut werden, erklärte Udo Jochems den Bezirksvertretern.

(RP)
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