Lokalsport: TSV: Ramota wirft das Handtuch

Lokalsport: TSV: Ramota wirft das Handtuch

Handball: Trainer des Oberligisten sagt: "Ich erreiche die Jungs nicht mehr."

Max Ramota (39) hat seinen Platz auf der Trainerbank des Handball-Oberligisten TSV Aufderhöhe geräumt. Der ehemalige Bundesliga-Spieler, der mit dem TBV Lemgo unter anderem Deutscher Meister und EHF-Pokalsieger wurde, bei der SG Solingen und der HSG Düsseldorf sowie zu Beginn seiner Laufbahn beim VfL Gummersbach unter Vertrag stand, möchte dem Klassenerhalt nicht im Weg stehen.

Den Ausschlag für den Rücktritt gab letztlich das desolate 20:25 gegen den Tabellenletzten SG Überruhr am vergangenen Wochenende. "Ich erreiche die Jungs nicht mehr", sagt der Gräfrather. "Seit Weihnachten ist ein Knacks in der Mannschaft. Ich möchte, dass der TSV in der Liga bleibt. Das geht nur ohne mich." Ramota, seit Sommer 2014 beim TSV in der Verantwortung, erhofft sich durch seinen Rücktritt einen Schub. Ganze zwei Punkte holte Aufderhöhe aus den letzten zehn Spielen, steckt mitten im Abstiegskampf.

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Ramota: "Dafür bin ich als Trainer verantwortlich. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr." Dass diverse Verletzungen und die geringe Trainingsbeteiligung eine Rolle gespielt haben, will er nicht gelten lassen. Aber: "Gegen Überruhr stimmte die Körpersprache nicht." Disziplinprobleme will er auch ausgemacht haben. Und: "Möglicherweise war ich auch zu nahe dran an der Mannschaft." Wer den Tabellenelften am Sonntag beim Auswärtsspiel in Wesel begleiten wird, steht noch nicht fest. Abteilungsleiter Lutz Ickler, von Ramotas Entscheidung kalt erwischt, will bald Nägel mit Köpfen machen: "Ich habe Lösungen im Kopf."

Er hätte sich gewünscht, mit Ramota, der die Arbeit von Gunnar Holz übernommen und sogleich mit prominenten Verstärkungen den Oberliga-Aufstieg realisiert hatte, den Weg weiterzugehen: "Ich hätte ihm dazu Unterstützung angeboten. Beim TSV wird kein Trainer entlassen." Erst zur Jahreswende hatten sich Vorstand und Trainer auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Ramota war bis zuletzt intensiv auf der Suche nach Verstärkungen, weil einige Abgänge bereits feststehen oder drohen.

(RP)
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