Solingen: Trompeten begleitet von virtuoser Orgelmusik

Solingen: Trompeten begleitet von virtuoser Orgelmusik

Der Dresdener Jürgen Gröblehner ist ein Trompeter von Weltklasse. Für sein 2009 gegründetes Ensemble "Classic Brass" fand er vier Mitstreiter, die ihm an Virtuosität nicht nachstehen. Der Solinger Hans Hugo Hoppe ist ein großer Freund der klassischen Musik der Blechbläser. Durch seine Freundschaft zu Jürgen Gröblehner kam "Classic Brass" jetzt bereits zum fünften Mal nach Solingen, das jüngste Konzert hätte allerdings mehr Besucher verdient gehabt. Bisher erklang die Musik in der Lutherkirche, das Konzert "Soli Deo Gloria" aber wurde am Samstagabend in der frisch restaurierten, lichtdurchfluteten Stadtkirche am Fronhof geboten.

Gut 100 Zuhörer lauschten der Blasmusik zu Ehren Gottes, die von der Orgel begleitet wurde. Eigentlich sollte Organist Matthias Eisenberg spielen, der frühere Organist am Leipziger Gewandhaus musste aber kurzfristig absagen. "Wir haben fieberhaft nach einem Ersatz gesucht" sagte Gröblehner. Gefunden wurde mit Kantor Georg Wendt ein Organist aus dem Erzgebirge. Das war aber ganz gewiss keine Notlösung, der junge Musiker wurde zur Entdeckung des Abends. Der in Chemnitz geborene Kirchenmusiker hat mit seinem Diplom die höchste musikalische Qualifikation erreicht, auch sein Konzertexamen befähigt den Musiker eigentlich für eine Konzertkarriere. "Die habe ich aber nie angestrebt," sagte der 31-Jährige, der als Kantor vielfältige Aufgaben an den ostdeutschen Kirchgemeinden Neudorf und Cranzahl hat. Obwohl er sich nur kurz mit der Orgel der Stadtkirche vertraut machen konnte, beherrschte er sie in allen Registern.

Er begeisterte durch seine Meisterschaft, die bekannte "Toccata und Fuge in d-Moll" von Bach spielte er mit einer fast übermütigen Leichtigkeit und machte daraus ein virtuoses Kabinettstückchen. Wunderschön erklang auch die französische Orgelmusik der Spätromantik von Komponisten wie Charles-Marie Widor und Theodore Dubois. Die Blechbläser begeisterten mit Tänzen, die am Hofe der englischen Königin Elisabeth I. zelebriert wurden. Mit hohem musikalischen Witz spielte das Bläserquintett auch das fetzige Stück "Palladio" von Karl Jenkins. Nach einigen gemeinsam gespielten Stücken endete das Konzert mit der schlichten Melodie "Nun danket alle Gott" von Johann Sebastian Bach und viel Beifall danach. Wie in der Klingenstadt üblich, überreichte Hans Hugo Hoppe den Musikern als Dankeschön "Zöppken", da konnten die Künstler natürlich eine Zugabe mit strahlenden Orgel- und Trompetenklängen aus dem Barock nicht verweigern.

(wgü)
Mehr von RP ONLINE