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Solingen: Trasse bleibt länger zu

Solingen : Trasse bleibt länger zu

Wegen Regen und Kälte wird RWE mit Arbeiten unter der Korkenziehertrasse nicht bis Weihnachten fertig. Neuer Termin ist Februar. Derweil verzichten die EBS wohl darauf, Rohre zu verlegen – schlecht für weitere Sanierungspläne.

Die beiden Jungs, die gestern Mittag die Korkenziehertrasse in Höhe Fuhr entlangliefen, störte der gefrorene Lehmboden nicht. Schnellen Schrittes eilte das Duo weiter in Richtung Gräfrath – und dem Mann im gelben RWE-Overall blieb nichts weiter, als den Schülern einen neidvollen Blick zuzuwerfen. "Wir können hier im Augenblick nichts machen", erklärte Robert Sprenger, als die Jugendlichen schließlich hinter der nächsten Biegung verschwunden waren. Eigentlich wollte der Projektleiter der RWE Netzservice GmbH bis Weihnachten fertig sein mit den Kabel-Arbeiten unter der Freizeitstrecke. Doch nachdem es in den vergangenen Wochen ausgiebig regnete und jetzt schon seit ein paar Tagen der Untergrund sozusagen tiefgefroren ist, wird daraus nichts. Nun ist Anfang Februar für die Wiedereröffnung des 1,7 Kilometer langen Teilstücks zwischen Wald und Gräfrath vorgesehen.

Umleitung ausgeschildert

"Die Solinger können aber trotzdem ihren Weihnachtsspaziergang in der schönen Umgebung hier planen", beruhigte derweil Artur Pach vom städtischen Betrieb Straßen und Grün, der ebenfalls an die Fuhr gekommen war. Denn weiterhin ist eine Umleitung über Ehren und Nümmen nach Gräfrath ausgeschildert, auf der man die Aussicht auf die bergische Winterlandschaft genießen kann. Aber was des einen Freud, ist eben des anderen Leid. Die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass der Lehmuntergrund inzwischen bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern gefroren ist. Und geht es mit der kalten Witterung noch eine Woche so weiter, dann ist das Geläuf an die 60 Zentimeter steinhart gefrostet. "Dabei hatten wir bis zuletzt gehofft, den ehrgeizigen Termin zu Weihnachten halten zu können", bedauert Jens Nienstedt, wie Artur Pach von Straßen und Grün, die Verzögerung. Tatsächlich aber, das betont er weiter, sei weder RWE noch den ausführenden Baufirmen ein Vorwurf zu machen: "Die Arbeiten laufen prima."

Nur leider nicht zurzeit, was den Verantwortlichen bei der Stadt allerdings die Gelegenheit gibt, noch ein bisschen länger über den neuen Belag nachzudenken, der die alte Terraway-Bedeckung ersetzen soll und den die Kommune von RWE spendiert bekommt. Drei Varianten, die schon auf einer Teststrecke am Gräfrather Bahnhof zu bewundern sind, stehen zur Auswahl. Und auch ansonsten wird die Korkenziehertrasse von dem Strommulti aufgehübscht, der zwischen Ohligs und Gräfrath Starkstromkabel verlegt. So wird die Trasse an einigen Stellen mit Randsteinen eingefasst. Dagegen muss die Stadt bei der weiteren Sanierung des Belages wohl auf die Unterstützung der Entsorgungsbetriebe verzichten. Nach Informationen unserer Zeitung sind EBS-Pläne, unter der Trasse Rohre zu verlegen, zu den Akten gelegt.

(RP)