Touristenmagnet Bergisches Land

Urlaub in Solingen, Remscheid und Wuppertal : Touristenmagnet Bergisches Land

Die Urlauber bleiben im Schnitt zum Radeln oder Wandern zwei Tage im Städtedreieck.

Ein Urlaubsziel wie der Bayerische Wald, die Ostseeküste oder Mallorca ist das Bergische Land natürlich nicht – und wird es nach Einschätzung von Holger Piwowar, Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing unter dem Dach der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW), auch nicht werden.

Von daher wurden auch Überlegungen wieder beiseite geschoben, unter dem Motto „Grüner wird’s nicht“ Touristen mit Angeboten für ein- oder zwei Wochen in Solingen, Remscheid und Wuppertal zu halten. „Davon sind wir ab, die Leute bleiben nicht so lange in der Region“, sagt Piwowar.

Das findet er natürlich schade, aber der „typische bergische Tourist“ kommt zum Wandern und Radfahren, bevorzugt auf alten Bahntrassen, in die Region und bleibt durchschnittlich zwei Tage im Bergischen. Neben dem so vermittelten Naturerlebnis wird aber auch „ein Großstadterlebnis“ geboten. „Hier hat Wuppertal als größte Stadt gegenüber Remscheid und Solingen einen klaren Vorteil, allein schon wegen der dort vorhandenen Hotels“, sagt Tourismus-Experte Piwowar.

Unter anderem aus den nahe gelegenen Metropolen Köln und Düsseldorf, aber auch aus dem Ausland – Spitzenreiter sind hier die  Niederländer und Belgier – kommen Urlauber gerne ins Städtedreieck und nutzen die vielen Wanderwege, besuchen Museen und historische Altstädte oder Radeln mit dem Pedelec durch die Region. Schloss Burg, Müngstener Brücke, Röntgen-Museum, eine Fahrt mit der Schwebebahn – touristische Highlights gibt es im Städtedreieck eine Menge. „Das Interesse für unsere Region ist grundsätzlich groß“, sagt Piwowar.

Vor allem, wenn man intensiv die Werbetrommel rührt. Um mehr Urlauber aus Belgien und den Niederlanden zu gewinnen, standen bis August vergangenen Jahres Fördermittel für das Auslandsmarketing bereit. Die Rechnung ging auf: Von Januar bis Oktober 2019 zählten die Hotels in Wuppertal, Remscheid und Solingen 324.353 Gäste. Ein Plus von 7,1 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen (723.291) stieg um 6,1 Prozent.

Der Anteil der ausländischen Gäste (54.797) ging um 17,3 Prozent in die Höhe. Hier stiegen die Übernachtungen um satte 22,2 Prozent auf 107.693. Piwowar geht davon aus, dass dieser positive Trend auch für November und Dezember angehalten hat: „Touristisch gesehen war 2019 von daher ein gutes Jahr für das Bergische Städtedreieck.“

Die zehn Solinger Hotels konnten im Verlauf der ersten zehn Monate des vergangenen Jahres ebenfalls zulegen, und zwar um 9,5 Prozent auf 18.852 Gäste. Der Anteil der ausländischen Gäste stieg um 17,2 Prozent auf 2131, die Zahl der Übernachtungen auf 34.560. Das bedeutet ein Plus von 16,7 Prozent. „Wir spüren in Solingen aber immer noch die Nachwirkungen der Schließung der Jugendherbergen in Gräfrath und Burg“, bedauert Holger Piwowar.

Bis zu 30.000 Übernachtungen im Jahr seien durch die beiden Jugendherbergen zusammen zu verzeichnen gewesen. „Wenn das wegfällt, ist das erheblich“, sagt der Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing. Deshalb begrüßt Piwowar das geplante neue Hotel am Hauptbahnhof in Ohligs. Baustart dafür könnte im März dieses Jahres sein: „Das bringt eine Aufwertung für Solingen und steigert die Kapazität.“