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Fielenbach aus Solingen: Tonnenschwere Förderanlage am Haken

Fielenbach aus Solingen : Tonnenschwere Förderanlage am Haken

Der Transporter steht bereit, die beiden Lastenkräne werden auf dem Betriebshof der Firma Fielenbach Fördertechnik an der Prinzenstraße in Ohligs in Position gebracht. Langsam wird die Ladenfläche des Lkw ausgefahren, die ansonsten 13,60 Meter in der Länge Platz bietet.

Knapp fünf Meter weiter stoppt der Fahrer diesen Vorgang, die Kräne fahren ihre Tragbänder aus und umfassen damit eine 21,60 Meter lange, 2,80 Meter breite und 3,40 Meter hohe Förderanlage, die von Fielenbach in den vergangenen zwölf Woche inklusive Konstruktion gefertigt wurde: "Das ist eine Förderanlage, die wir erstmals für die Papierindustrie gefertigt haben", sagt André Fielenbach.

Aufmerksam beobachtet er am Montagnachmittag den Ladevorgang der 24 000 Kilogramm schweren und 150 000 Euro teuren Anlage, die in der Nacht zu Dienstag nach Arnsberg ins Sauerland transportiert wurde und dort gestern Morgen von Fielenbach-Mitarbeitern aufgestellt wurde. Dort wird sie benötigt, um Zellstoff und Altpapierballen in einen sogenannten Pulper zu fördern, eine Art Rührer, der Papier zerkleinert und in Papierschlamm zerlegt. "Den Absatzmarkt Papier haben wir bislang nur im Anlagenservice und Instandhaltung bedient. Für uns ist mit der Lieferung der Förderanlage ein neuer Markt entstanden", sagt André Fielenbach. Er kümmert sich im Unternehmen um den kaufmännischen Bereich und Service, sein Bruder Marc ist für den technischen Bereich zuständig.

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Langsam heben die beiden Kräne die Anlage in die Luft, der Lkw setzt zurück, das über 20 Meter lange Aggregat wird sachte auf die Ladefläche aufgesetzt. Die Präzisionsarbeit wird mit Ruhe erledigt. "Für uns ist das nichts Außergewöhnliches, wir haben sehr viele erfahrene Leute im Team", sagt der Geschäftsführer des 2002 gegründeten Unternehmens.

Förderanlagen für die Chemie (Speiseölgewinnung) oder Kraftwerksunternehmen sowie an die Holz- und Zementindustrie hat Fielenbach bislang geliefert. Nun also der Einstieg in die Papierindustrie, in der man sich gute Marktchancen ausrechnet. "Wir haben hier schon viel im Service- und Montagebereich gearbeitet, für ein Tochterunternehmen des Kunden waren wir bereits im Bereich Kraftwerk tätig", erzählt André Fielenbach. So sei man an den Auftrag gekommen. "Wir werden von den Konzernen weitergereicht", freut sich Fielenbach, der die momentane Auftragslage als "sehr gut" bezeichnet. Das Unternehmen sei seit seiner Gründung stetig gewachsen. "Wir haben 2002 zu zweit begonnen, jetzt beschäftigen wir 22 Mitarbeiter im Familienunternehmen und verzeichnen ein stetiges Wachstum", ergänzt der Geschäftsführer.

Mit ein Grund für den Erfolg ist: "Wir bieten alles aus einer Hand", sagt Fielenbach, also nicht nur Lohnleistungen, sondern auch Wartung, Service und komplette Förderanlagen, sozusagen ein Rund-um-Service, der bei den Kunden ankomme.

(RP)