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Theater und Konzerthaus in Solingen bietet wieder Veranstaltungen an

Theater und Konzerthaus bietet ab Mitte Juni wieder Veranstaltungen an : Zwei Schauspieler, keine 80 Besucher

Glückliche Tage? Davon war im Solinger Theater und Konzerthaus zwölf Wochen lang nicht die Rede. Bis zum Ende der Saison mussten 50 Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Aber immerhin gibt es jetzt einen versöhnlichen Abschluss: Achtmal hebt sich im Juni der Vorhang – bis er am 25. und 26. nach dem Beckett-Drama „Glückliche Tage“ wieder fällt und die Sommerpause beginnt.

Das Stück ist typisch für das, was in Corona-Zeiten möglich ist: Es waren keine langwierigen Proben nötig, die Truppe kommt aus der Region – in diesem Fall vom Ensemble Profan –, und es gibt nur zwei Rollen. Das passt zum intimen Charakter der Juni-Aufführungen: Im Pina-Bausch-Saal dürfen nur 76 von 809 Plätzen genutzt werden. Im kleinen Konzertsaal sind es 30 von 199 und im großen 100 von 1075 möglichen Plätzen.

Trotzdem spricht die Beigeordnete Dagmar Becker zwar einerseits von der Quadratur des Kreises, sagt aber auch: „Wir haben mit einer längeren Schließungszeit gerechnet und freuen uns jetzt sehr. Es geht ja nicht nur um unser Publikum, sondern auch um die Künstlerinnen und Künstler.“ Die kommen nicht nur vom Ensemble Profan, das auch am 18. Juni das Programm gestaltet („Leben bis Männer“, ein Monolog), sondern auch vom Theater der Dämmerung aus Leichlingen. Es zeigt seine Licht- und Schattenspiele am 20. (nachmittags „Rotkäppchen“ und „Die Bremer Stadtmusikanten“, abends „Faust“) und am 21. („Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“).

Die Bergischen Symphoniker geben ihr Abschlusskonzert am 23. Juni: „Auf bald – à bientôt“. Wie viele der Musiker, die zurzeit noch in Kurzarbeit sind, gleichzeitig auf der Bühne stehen dürfen, steht noch in den Sternen. Und geprobt wird auch unter untypischen Bedingungen. Anna Frantzen, die Verantwortung für das Programm trägt, berichtet von Bläsern, die sich im Wald zum Üben trafen.

Los geht es in diesem Monat aber mit dem Kindermal- und -klangfest am 14. – allerdings ebenfalls in kleinem Kreis. Jeweils 15 Kinder dürfen am Vor- und am Nachmittag ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Anmeldung (online) ist verbindlich, der Eintritt frei (Materialkosten: drei Euro). Während sich das Malfest an Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren richtet, nahmen am Jugendschreibwettbewerb „Schaffen und scheitern“ 15- bis 23-Jährige teil. Die Preisverleihung findet am 19. dieses Monats statt.

In der Ankündigung der Preisverleihung ist von „entspannter Atmosphäre“ die Rede. Tatsächlich gelten aber für alle Veranstaltungen strenge Auflagen. „Die Sicherheit und Gesundheit unserer Besucher ist uns ganz, ganz wichtig“, betont die neue Leiterin des Kulturmanagements Sonja Baumhauer. Die Nachfolgerin von Hans Knopper erinnert an die Maskenpflicht (bis zum Sitzplatz) und andere Änderungen. So wird es kein gastronomisches Angebot geben und auch keine Pausen. Alle Veranstaltungen dauern nur eine bis anderthalb Stunden.

Das Programmheft für die kommende Saison wird noch in diesem Monat erscheinen. „Wir zeigen, was geplant worden ist, und wollen umsetzen, was möglich ist“, blickt die Beigeordnete Dagmar Becker voraus. Die meisten der 860 Abonnenten hielten dem Theater und Konzerthaus auch in Corona-Zeiten die Treue und ließen ihr Abonnement ruhen. Rund ein Fünftel habe die Kündigungsfrist zum 30. Mai genutzt, berichtet Anna Frantzen. „Das ist völlig normal.“ „Einige möchten jetzt ganz gezielt ein Abo abschließen“, erklärt Sonja Baumhauer.

Kultur sei immer ein Zuschussgeschäft, kommentiert Dagmar Becker. Die Einnahmeausfälle durch die Pandemie werden jetzt Teil der „Corona-Nebenrechnung“ – und werden auf 50 Jahre umgelegt.