Diskussionen um Auto-Schau in Solingen Stadt: E-Autos sind zu schwer für Theater

Solingen · Die Verwaltung begründet im Finanzausschuss das Aus der Autoschau im Theater und Konzerthaus. Die Kritik der Solinger Christdemokraten bleibt.

Die Diskussionen um das Aus für die Autoschau im Theater und Konzerthaus halten an.

Die Diskussionen um das Aus für die Autoschau im Theater und Konzerthaus halten an.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Das Aus für die traditionelle Solinger Autoschau im Theater und Konzerthaus sorgt weiter für reichlich Gesprächsbedarf. So hat sich im Rahmen der Sitzung im Finanzausschuss am Donnerstagabend nun auch erstmals die Stadtverwaltung öffentlich zu Wort gemeldet und den Entschluss, keine Autos mehr im Foyer des Theater und Konzerthauses zuzulassen, verteidigt.

„Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Aufbauhöhen und aller anzurechnenden Lasten, unter anderem der im Jahre 2020 aus brandschutztechnischen Gründen eingebrachten Unterdecken, ist die Nutzung des Foyers als Autoschau nicht länger zu realisieren“, heißt es in der Antwort der Stadt auf eine Anfrage der CDU im Finanzausschuss. Denn immerhin, so die Verwaltung, wögen die auszustellenden Fahrzeuge inzwischen alle über 1,2 Tonnen. Und Elektroautos brächten sogar ein Gewicht von durchschnittlich zwei Tonnen auf die Waage, sodass solche Fahrzeuge aus Gründen der Statik im Gebäude nicht länger im Theater-Foyer präsentiert werden könnten.

Gleichzeitig versicherte die Stadt, andere Großveranstaltungen und Messen wie etwa die „Knife“ könnten auch zukünftig im Theater und Konzerthaus stattfinden. Und zudem wehrte sich die Verwaltung gegen den Vorwurf, im Zuge der Sanierung des aus den 1950er Jahren stammenden Gebäudes im Jahr 2022 seien Fehler bei der „Konzeptionierung“, also bei der Berücksichtigung der bisherigen Nutzungen, gemacht worden, die nun das Aus der Autoschau nach sich gezogen hätten.

Dies, so die Stadt, sei mitnichten der Fall. Nur habe man – trotz baurechtlicher Genehmigung der Autoschau – eben nicht die Gewichtszunahme der dort ausgestellten Fahrzeuge voraussehen können. Vielmehr seien dadurch im Lauf der Zeit sogar Schäden an dem Gebäude aufgetreten, die bei der Sanierung im vergangenen Jahr behoben worden seien – weswegen schließlich auch klar geworden sei, dass die bisherige Form der Autoschau im Theater und Konzerthaus in Zukunft nicht länger möglich sei.

Darüber sei der Veranstalter der Autoschau, die Solinger Kfz-Innung, frühzeitig im Frühjahr / Sommer 2022 informiert worden. Später habe es dann noch einen Ortstermin gegeben, bei dem der Innung vorgeschlagen worden sei, als Ausstellungsfläche künftig die Parkflächen Teschestraße zu nutzen. Doch dies habe die Innung abgelehnt, da so Ausstellung und Beratung fortan getrennt worden wären.

Eine Antwort, die die CDU indes nicht zufriedenstellt. „Wie kann es sein, dass nach der Sanierung des Hauses weniger Veranstaltungen möglich sind als vorher? Dass die Autos zu schwer für den Boden seien, ist eine befremdliche Auskunft. Genau das hätte man im Sanierungskonzept berücksichtigen können“ sagte Carsten Becker, Sprecher der CDU im Finanzausschuss, am Donnerstag.

Parallel zeigten sich die Christdemokraten aber auch sicher, „dass man eine Lösung für die künftige Durchführung der Autoschau finden“ werde. Tatsächlich hatte die Kfz-Innung schon vergangene Woche gegenüber unserer Redaktion angekündigt, die Autoschau dieses Jahr ausfallen zu lassen und stattdessen für das Jahr 2024 eine neue Örtlichkeit zu suchen.

(or)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort