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Solingen: Teure Ausbildung mit guten Jobchancen

Solingen : Teure Ausbildung mit guten Jobchancen

Ausbildung für Pharmazeutisch-Technische Assistenten kostet jetzt 340 Euro im Monat.

Wer eine Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) absolviert, muss sich keine Sorgen machen, eine Stelle zu finden. Das bestätigt auch Jürgen Friedland, Leiter des Walter-Bremer-Instituts (WBI), der PTA-Ausbildungsstätte in Solingen: "Die Jobaussichten sind perfekt. Die Menschen in Deutschland werden immer älter und der Bedarf an Fachkräften in Gesundheitsberufen wächst." Was zum Beruf eines PTA gehört, darüber informierte das WBI bei einem Tag der offenen Tür im Friedrich-List-Berufskolleg an der Burgstraße. Als rechte Hand des Apothekers sind PTA mit der Medikamentenherstellung im Labor, aber auch mit Beratung und Verkauf betraut. Außerhalb der Apotheken stehen PTA weitere Arbeitsbereiche offen: "Auch in Krankenhäusern, der Pharmaindustrie oder Gesundheitsämtern werden PTA für Laborarbeiten und Analytik gesucht", sagte Friedland jetzt beim Tag der offenen Tür.

Doch die Hürden, die vor der abgeschlossenen Ausbildung stehen, sind hoch. Denn obwohl die Ausbildung zum PTA an öffentlichen PTA-Schulen angeboten wird, müssen die Schüler ihre Ausbildung selbst finanzieren. Bis Anfang dieses Jahres betrug das monatliche Schulgeld noch 130 Euro. Im Frühjahr entschied die NRW-Landesregierung, die Ausbildung der PTA nicht weiter zu bezuschussen — seitdem liegen die Kosten bei 340 Euro im Monat und sind somit fast um das Dreifache angestiegen.

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Dimitri Kasper (25) und Dilek Koc (27) sind von der neuen Regelung noch nicht betroffen. "Doch selbst für uns ist die finanzielle Belastung schon enorm", sagte Dimitri Kasper. "Ich könnte mir die Ausbildung jetzt nicht mehr leisten", so der Auszubildende. Denn es bleibe ja nicht nur bei dem Schulgeld. "Für Bustickets, Unterrichtsmaterial und Laborkittel kommt noch mal Geld obendrauf", so Dilek Koc.

Hülya Mamou (29) hat ein Jahr lang gespart, bevor sie mit der Ausbildung angefangen hat. "So konnte ich zumindest eine Zeit gut überbrücken." Fast alle der Auszubildenden arbeiten noch nebenbei. Auch Hülya arbeite bis vor kurzem jeden Sonntag. "Aber so ging es nicht mehr. Wir sind jeden Tag acht Stunden in der Schule und müssen danach lernen."

5000 Euro zahlen sie für ihre Ausbildung, andere, die erst in diesem Jahr mit der Ausbildung angefangen haben, zahlen entsprechend mehr. Viele der Auszubildenden beantragen Bafög, doch einige haben die Ausbildung wegen der hohen Kosten auch schon abgebrochen. "Das ist sehr schade, denn es liegt ja nicht daran, dass sie die Ausbildung nicht schaffen, sondern dass sie sich sie nicht leisten können", so Hülya Mamou.

120 Plätze bietet das WBI insgesamt. Institutsleiter Jürgen Friedland ist gespannt, wie sich die erhöhten Gebühren auf die Anmeldezahlen auswirken werden: "Ich gehe davon aus, dass wir mittelfristig Probleme bekommen werden."

(fmh)