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Solingen: Tankstellenraub: Urteil erst im Juli

Solingen : Tankstellenraub: Urteil erst im Juli

Ein zäher Verhandlungstag neigte sich dem Ende zu, als die Verteidiger ihre Plädoyers hielten. Für das ursprünglich vorgesehene Urteil blieb gestern im Prozess gegen zwei Solinger (jeweils 21) wegen räuberischer Erpressung keine Zeit mehr. Die beiden Männer sollen für den fehlgeschlagenen Überfall auf die Star-Tankstelle an der Weyerstraße am 10. Januar verantwortlich sein.

Einer von ihnen soll sein Gesicht mit einem Tuch verdeckt und mit einem Messer bewaffnet in die Tankstelle gestürmt sein. Mit den Worten "Geld raus" soll er die Kasse verlangt haben. Der Kassierer wehrte sich jedoch mit einem Laptop-Kabel und der Angreifer floh.

Die Beute teilen

Der andere Angeklagte soll währenddessen draußen vor der Tankstelle gewartet haben. "Ich bin davon ausgegangen, dass wir uns die Beute teilen", sagte der Dieb vor Gericht. Der Mann gab vor Gericht an, häufig Cannabis konsumiert zu haben und leidet unter psychischen Problemen. Nach der Tat stellte er sich der Polizei. Der psychologische Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten die volle Schuldfähigkeit.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung sprachen sich für eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung aus. Sein mutmaßlicher Komplize vor der Tankstelle bestreitet, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Er sei an jenem Abend im Hause seiner Eltern vor dem Fernseher eingeschlafen, sagte der Mann.

Zuvor habe er in einer Spielbar ein paar Bekannte getroffen. Den anderen Angeklagten habe er zwar vor längerer Zeit beim Fußballspielen kennengelernt, könne sich aber nicht daran erinnern, ihn am Tatabend getroffen zu haben.

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Erst drei Tage später habe er davon erfahren, dass die Polizei ihn suche, und sei daraufhin nach Düsseldorf gefahren. Dort verbrachte er angeblich zwei Nächte in einem Hotel. "Ich hatte Angst, die Polizei findet mich", erklärte der Mann sein Verhalten. Wenige Tage später wurde er verhaftet.

Anstifter für Raub

Der Bekannte, mit dem der 21-Jährige das Hotel in Düsseldorf bewohnte, trat als Zeuge vor Gericht auf. Er sagte aus, der Angeklagte habe sich darüber gewundert, dass die Polizei ihn suche. Bereits in früheren Jahren hatte der Angeklagte zweimal wegen Raubes vor Gericht gestanden und musste einmal in den Jugendvollzug. Die Staatsanwaltschaft sieht in ihm den Anstifter für den Tankstellenraub und forderte eine Gefängnisstrafe, während sein Verteidiger auf Freispruch plädierte. Einen Zusammenhang zwischen der Tat vom 10. Januar und dem Überfall auf weitere Tankstellen in Solingen im Verlaufe des vergangenen Jahres besteht wohl nicht. Die Kammer verkündet das Urteil am 10. Juli.

(rdl)