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Solingen: SWS-Fusion: Velbert rechnet noch

Solingen : SWS-Fusion: Velbert rechnet noch

Wer unbedingt einen Erfolg präsentieren will, spart manchmal bei der Formulierung der ganzen Wahrheit. Bei der Verkündung des unterschriebenen Tarifvertrages für den Rheinisch-Bergischen-Stadtwerkeverbund vergangene Woche Freitag teilte Verhandlungsführer Andreas Schwarberg, Geschäftsführer der Solinger Stadtwerke (SWS), nämlich nicht mit, dass die Velberter Stadtwerke nur unter Vorbehalt unterschrieben haben, weil die Gesellschafterversammlung dort erst am 26. November zusammentritt.

„Wir hatten darum gebeten, dass erst Ende November der Vertrag unterschrieben wird“, erläuterte Heinz-Werner Thissen, Geschäftsführer der Velberter Stadtwerke. Das habe aber die Arbeitnehmerseite nicht gewollt. Bis zum 26. November will man zudem in Velbert noch einmal genau nachrechnen, ob man sich den ausgehandelten Tarifvertrag auch wirklich leisten kann. „Es gab zuletzt noch einige Änderungen, die wir noch nicht berücksichtigt haben“, so Thissen weiter. Klar war, dass die Mitarbeiter, die demnächst pendeln müssen, 40 Cent pro gefahrenen Kilometer bekommen werden und einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2020 haben.

In Velbert will man nun beispielsweise auch noch mal einbeziehen, dass Funktionszulagen als Bestandsschutz weiter gezahlt werden, auch wenn der Mitarbeiter die Funktion im Verbund nicht mehr ausfülle oder auch Abfindungen, die zu zahlen sein werden, weil nach heutigem Stand rund 230 Mitarbeiter zu viel im neuen Konzern sind.

Als reine Formsache will Heinz-Werner Thissen die ausstehende Entscheidung nicht verstanden wissen. Allerdings machte er im Gespräch mit unserer Zeitung auch deutlich, dass Velbert sicherlich schon ausgestiegen wäre, wenn man mit den Ergebnissen nicht zufrieden gewesen sei.

(RP)