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Solingen: Studie: Solingen fällt wirtschaftlich immer weiter ab

Solingen : Studie: Solingen fällt wirtschaftlich immer weiter ab

Solingen verliert an Wirtschaftskraft. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Untersuchung des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll. Demnach rangiert die Klingenstadt beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner unter den 24 kreisfreien Städten in NRW nur auf Platz 21 – und damit hinter Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen und Bochum.

Solingen verliert an Wirtschaftskraft. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Untersuchung des Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll. Demnach rangiert die Klingenstadt beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner unter den 24 kreisfreien Städten in NRW nur auf Platz 21 — und damit hinter Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen und Bochum.

Im Jahr 2010 erwirtschafteten die Solinger im Durchschnitt 24.023 Euro. Zum Vergleich: Gelsenkirchen kam auf 29.751 Euro, Bochum auf 29 348 Euro. Und selbst ostdeutsche Städte stehen inzwischen auf ökonomisch festeren Füßen als die Klingenstadt. So liegen Kommunen wie Dresden und Erfurt längst vor Solingen.

Mit Veröffentlichung der IW-Studie, die unserer Zeitung vorliegt, dürfte in der Klingenstadt eine neue Diskussion über die Standort- und Förderungspolitik in Gang kommen. Schon im vergangenen Jahr hatte Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) in einer Debatte, die bundesweit Beachtung fand, gefordert, klamme Kommunen in Westdeutschland dürften nicht länger für reiche Städte in den neuen Bundesländern zur Kasse gebeten werden.

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Richtete sich die seinerzeitige Diskussion aber hauptsächlich am Ost-West-Gegensatz aus, erhält durch die neuen Zahlen nun auch noch eine weitere Kontroverse Nahrung. Denn in der Vergangenheit beklagten Solinger Politiker bereits ebenfalls öfter darüber, bei Fördergeldern gegenüber dem Ruhrgebiet benachteiligt zu werden.

Tatsächlich geht aus der IW-Untersuchung aber gleichzeitig hervor, dass ein Teil der Probleme in Solingen hausgemacht sein könnte. So weisen die Wissenschaftler des Instituts ausdrücklich darauf hin, dass die Summe der Arbeitsplätze im Verhältnis zur Einwohnerzahl und die Einpendler-Ströme für die wirtschaftliche Entwicklung mitentscheidend sind.

Und in diesen Kategorien steht Solingen schlecht da. So wurde erst in der zurückliegenden Woche bekannt, dass Ende des Jahres beim Automobilzulieferer Hammerstein in Merscheid weitere 117 Jobs gestrichen werden sollen. Und schon seit Jahren arbeiten mehr Solinger außerhalb der Stadt, als Nicht-Solinger in die Klingenstadt zur Arbeit kommen.

(RP)