Solingen: Streetdance, Tattoos und Skaten im Rollhaus

Solingen : Streetdance, Tattoos und Skaten im Rollhaus

Zum 3. Mädchentag in diesem Jahr lud das Rollhaus. Die Mädchen in der Halle skaten, beim Workshop tanzen oder Schmuck selbst basteln.

Vor dem Tanzen gilt es, sich richtig aufzuwärmen: Hals, Oberkörper, Beine und Hüfte müssen ausgiebig gedehnt werden. Zunächst sind die Mädchen noch schüchtern. Besonders der "Chest Bump" — dabei müssen die Mädchen ihren Brustkorb weit nach vorne drücken, so als ziehe jemand mit einem Seil daran — löst erst mal großes Gekicher aus. Doch mit der Zeit traut sich die Gruppe immer mehr, und als dann auch endlich die Musik angeht, machen alle mit.

Der Streetdance-Workshop war bei den Besucherinnen des Mädchentags im Rollhaus am Samstag besonders beliebt. Wie an jedem Mädchentag konnten sie sich in der großen Halle — ohne die abschätzigen Blicke der Jungs — an Skateboard, Inlinern oder dem Kickroller probieren. Zusätzlich gab es ein Programm aus Tanz, Schmuck basteln und Henna-Tattoos malen.

Tanzlehrerin Saskia Spott (19) beteiligte sich zum ersten Mal am Mädchentag, auf den sie durch ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendförderung aufmerksam wurde. "Als junges Mädchen wäre ich hier sicher gerne hingekommen, ich habe so etwas früher vermisst", sagte Spott. "In Solingen wird generell viel für Kinder und Jugendliche getan", so die Remscheiderin. Auch die Aktion im Rollhaus sei eine gute Gelegenheit für junge Mädchen, Spaß zu haben, Neues zu probieren und andere Kinder kennenzulernen.

Zum 3. Mädchentag des Jahres am Samstag waren besonders viele Mädchen gekommen. "Im Winter ist bei uns im Rollhaus natürlich Hochzeit, da man draußen nicht mehr so oft Skateboard oder Inliner fahren kann", sagte Rollhaus-Leiterin Tanja Kasten.

Auch Mädchengruppen aus der Hasseldelle, von der Zietenstraße und der Fuhrgemeinschaft besuchen den Mädchentag im Rollhaus regelmäßig. "Unsere Mädchen verbringen ihre Freizeit oft nur in der Siedlung. Sie fanden es ganz toll, heute mal etwas Neues auszuprobieren", sagte Jeannette Kostka, Leiterin der Offenen Tür der Fuhrgemeinschaft.

Ausprobieren wollten Juliana Reinartz (17) und Jolina Weiß (11) aus der Mädchengruppe der Fuhrgemeinschaft vor allem die Henna-Tattoos. Aber auch am Streetdance-Workshop nahmen die Freundinnen teil. "Ich tanze schon seit ein paar Jahren Hip-Hop, aber Streetdance habe ich noch nicht ausprobiert", berichtete Jolina.

Sylvie Sharkin begleitete ihre Tochter Lilja (7) und deren Freundin Nathalie (9) ins Rollhaus. "Die Mädchen haben einen Flyer für den Mädchentag gesehen und wollten unbedingt kommen."

Auch sie freut sich über diese Möglichkeit für ihre Tochter. "Im normalen Betrieb ist es ja eher so, dass die Jungs in der Halle fahren und die Mädchen vom Rand aus zugucken."

In einer Skatehalle war Lilja zwar schon einmal mit ihrem Bruder, "aber ohne Jungs finde ich es besser", sagte die Neunjährige. Als Tänzerin beim Solinger Turnerbund (TSG) wollte auch sie beim Streetdance mitmachen: "Darauf freue ich mich schon."

(fmh)
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