Solingen: Strafe für Bordellüberfall

Solingen: Strafe für Bordellüberfall

300 Euro – das war im Mai 2008 die Beute eines heute 21-jährigen Solingers sowie eines Kumpels, nachdem die zwei in einem Düsseldorfer Bordell einen Mann überfallen und ausgeraubt hatten. Gestern folgte für den Solinger die Quittung. Das Jugendschöffengericht verurteilte ihn wegen Beihilfe zu einer Strafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der junge Mann war zum Prozess aus der Haft vorgeführt worden, da er sich nach der Tat durch eine Flucht ins Ausland dem Verfahren entzogen hatte. Nach dem Urteil konnte er gestern das Gericht als "freier" Mann wieder verlassen. Inwieweit er aber die damit verbundene Chance wahrnimmt, bleibt abzuwarten. Denn der Solinger, der zugegeben hatte, das Opfer seinerzeit in einen Hinterhalt gelockt zu haben, ist sozial vollkommen isoliert. "Ich habe selten einen so einsamen jungen Mann kennen gelernt", erklärte der Vorsitzende Richter später. So hatte er während der Haftzeit keinerlei Kontakt zu Mitgefangenen und war auch von seiner eigenen Mutter nicht im Gefängnis besucht worden.

(RP)