Solingen: Sträter: Bergische Kooperation ausbauen

Solingen : Sträter: Bergische Kooperation ausbauen

Beim Neujahrsempfang der IHK ermunterte Wirtschaftsminister Duin die Region, verstärkt auf Fördergelder aus Land und EU zu setzen.

Vor rund 1000 Vertretern aus Unternehmen und Politik hat NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) am Mittwoch in der Wuppertaler Stadthalle die bergische Wirtschaft und die Städte zur Zusammenarbeit ermuntert. Der Minister forderte die bergischen Städte auf, sich im Wettbewerb der Regionen ins Schaufenster zu stellen und Investoren anzulocken. "Wer sich attraktiv macht, ist attraktiv für neue Investitionen."

Zu Recht setze die Region auf den Ausbau ihrer vorhandenen Stärken. Das Bergische Städtedreieck sei eine Industrieregion mit hohem technologischen Standard. Das zeige etwa der hohe Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Leistung: Über ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seien dort tätig, genau 36,2 Prozent, so der Minister. Große Innovationskraft, Engagement auf dem Gebiet der Energieeffizienz ebenso wie starke Kreativ- und Gesundheitswirtschaften zeichneten das bergische Städtedreieck aus. "Die Region sollte mit ihren Pfunden wuchern."

Duin unterstützt die bergischen Städte in dem gemeinsamen Bemühen um Teilhabe an der EU-Förderung. Für die über das Land vermittelten Zuschüsse aus EU-Töpfen (Ziel 2-Projekt 2014) hatten sich die drei bergischen Städte gemeinsam beworben. Duin: "Das Bergische Städtedreieck hat hervorragende Aussichten, an den Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union auch in Zukunft zu partizipieren. Ich bin mir sicher, dass es seine Chancen nutzen wird." Gefördert werden neben Forschung und Innovation sowie der Unternehmens-Beratung auch die Stadtentwicklung. Vergeben werden landesweit eine Milliarde Euro.

Der scheidende IHK-Präsident Friedhelm Sträter sieht bei der Kooperation von Solingen, Remscheid und Wuppertal allerdings "noch Luft nach oben". Sicherlich habe sich die Zusammenarbeit seit der Regionale 2006 merklich verbessert und es gebe bereits enge Verzahnungen oder sogar Zusammenlegungen. "Aktuell torpedieren jedoch steuerrechtliche Aspekte etwaige weitere Zusammenführungen — leider!", sagte der Solinger Unternehmer.

Er würde sich auch sehr wünschen, wenn man über die Bergische Entwicklungsagentur zu einer deutlich stärkeren Zusammenarbeit auf vielfältigen Ebenen gelangen würde. "Alleingänge einzelner Städte bringen im Konzert der ,Großen' immer weniger", betonte Friedhelm Sträter und ergänzte: "Ohne ein dreieiniges Bergisches Städtedreieck wird auch das stolze Wuppertal in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung verlieren." Der IHK-Präsident appellierte an die drei Oberbürgermeister: "Lassen Sie die großen Chancen nicht ungenutzt liegen. Nur als Region werden wir hier gemeinsam wahrgenommen."

In seiner letzten Rede bei einem IHK-Neujahrsempfang ging Sträter auch auf die städtischen Haushalte der drei Bergischen Großstädte ein. Mit dem "Stärkungspakt Stadtfinanzen" bestehe eine realistische Chance, die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Der Kammer-Präsident hält es indes für falsch, "in den Steuerstaat" zu marschieren und insbesondere Gebühren und Steuern zu erhöhen, überdies neue Steuern zu erfinden, um so die Einnahmeseite zu verbessern.

(RP/ac)
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