Solingen: Stiftung fürs Klingenmuseum

Solingen : Stiftung fürs Klingenmuseum

Dr. Barbara Grotkamp-Schepers, Ilka Riege, Dr. Heinz Gerd Richartz und Ex-Oberbürgermeister Franz Haug werben um Unterstützung der neuen "Stiftung Freunde des Deutschen Klingenmuseums".

Zwei Mal pro Woche verlegen Grundschulkinder ihr Klassenzimmer ins Klingenmuseum zum Anschauungsunterricht. Und Zweitklässler der Schützenstraße erlebten gestern die Sammlung, erfuhren spannende Geschichten über die Ausstellungsstücke. Dr. Heinz Gerd Richartz und Ex-Oberbürgermeister Franz Haug freuten sich über die Lebendigkeit der Kinder, deren kecke Stimmen vom Museumsfoyer in den Stiftersaal herüber hallten. Es ist eine Szene mit Symbolkraft.

"Dass das Museum mehr Leben bekommt, dazu ist die Stiftung zuständig", beschreiben sie eine Zukunftsaufgabe. Richartz ist stellvertretender Vorsitzender der Freunde des Klingenmuseums. Der Förderverein hat gut 300 Mitglieder. Haug ist im Vorstand der im August 2009 gegründeten Stiftung. Gemeinsam mit Museumsleitern Dr. Barbara Grotkamp-Schepers und Ilka Riege vom Stiftungs-Kuratorium werben sie um Unterstützung. Denn insbesondere durch Geld und private Spender will die "Stiftung Freunde des Deutschen Klingenmuseums" die Arbeit fördern. Vom Zinsertrag des Stiftungsvermögens sollen Ausstellungen, Broschüren, Veranstaltungen und pädagogische Angebote in dem Gräfrather Haus ermöglicht werden. Das Museum sei Identität für Solingen, heißt es.

Ehrgeiziges Ziel

Auf Basis einer Erbschaft beträgt die Kapitalausstattung im Moment rund 140 000 Euro. Ehrgeiziges Ziel ist nach den Worten von Grotkamp-Schepers, Riege, Richartz und Haug eine Summe von einer Million Euro zusammenzutragen durch Zustiftungen und Erbschaften in großem wie in kleinem Umfang. "Die Stiftung bietet einen idealen Rahmen für jeden Bürger, der dem Museum eine nachhaltige, dauerhaft gesicherte und mit einem klaren Zweck verbundene Unterstützung geben möchte."

Nach den Worten von Ex-Oberbürgermeister Haug kann und darf die Stiftung die finanzielle Verantwortung der Stadt für ihr Museum allerdings nicht ersetzten. Die Stiftung sei aber sehr wohl eine zusätzliche Säule der Museumsfinanzierung – mit wachsender Bedeutung. Als eine städtische Institution könne sich das Klingenmuseum immer weniger auf eine ausreichende Finanzierung des Museumsbetriebes verlassen, heißt es mit Blick auf die angespannte Lage in der Solinger Stadtkasse. Mittlerweile sei neben den Ankäufen für die Museumssammlungen die Unterstützung von Projekten immer dringlicher geworden.

Ein Vorzeigeobjekt

Seit über 50 Jahren unterstützen die Freunde des Deutschen Klingenmuseums das Haus. In der Zeit hat der Förderverein erhebliche Aufwendungen geleistet, unter anderem für einen Großteil der Neuerwerbungen. "Wir wollen helfen, das Museum zu einem Ort zu machen, an dem man etwas erleben kann", betont Dr. Heinz Gerd Richartz. Für Ilka Riege ist das Museum ein Vorzeigeobjekt. Es könne mit seinem ganzen Leben nur erhalten werden, wenn die Solinger das Museum gerne besuchen und sich mit Ideen und Engagement weiterhin einbringen würden.

(RP)
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