Solingen: Sternwarte greift nach den Sternen

Solingen: Sternwarte greift nach den Sternen

Astronomie ist Weitblick. Für die Sternwarte in Wald gilt dies buchstäblich. Geschäftsführer Dr. Frank Lungenstraß stellte jetzt den Bezirksvertretern des Stadtteils die ehrgeizigen Zukunftspläne eines Planetariums vor. Im Herbst diesen Jahres soll die Bauvoranfrage zur Erweiterung der Anlage gestellt werden. Ziel ist, zwei Jahre später Sonne, Mond und Sterne unter der neuen Planetariumskuppel mit einem Durchmesser von zehn Metern projizieren zu können. Firmenfeiern mit Mitarbeitern und Geschäftsfreunden unterm Sternenhimmel, Astronomie-Unterricht für Schulkinder am Vormittag – all dies ist dann möglich. Endlich wäre man unabhängig vom einem möglichst wolkenfreien Nachthimmel und könnte außerdem zusätzliche Tagesprogramme anbieten. Das Team der Sternwarte kalkuliert dann mit gut 13 000 Besuchern pro Jahr bei 300 Veranstaltungen. Im vergangen Jahr zählte man an der Sternstraße rund 4500 Besucher bei 150 Veranstaltungen. Damit stößt die Sternwarte in der heutigen Form an die Auslastungsobergrenze. „Doch es ist noch mehr Bedarf vorhanden“, betont Lungenstraß mit Blick auf die Fülle der Anfragen. Selbst Schul-Klassen aus dem Kölner Raum erkundigen sich nach einem Termin.

Planetarium mit Spezial-Technik

Das Planetarium mit der Kuppel soll auf dem Grundstück neben der 1924 eröffneten Sternwarte errichtet werden. Dieses hat die Walter-Horn-Gesellschaft als Betreiber bereits vor einigen Jahren erwerben können. 1,7 Millionen Euro insgesamt sollen in das Planetariumsprojekt investiert werden. Lungenstraß kündigte an, dass für den Bau keine öffentlichen Gelder der Stadt benötigt werden. „Ziel ist, das Planetarium anschließend auch ohne öffentliche Gelder betreiben zu können.“ Die Sternwarte laufe ausnahmslos ehrenamtlich. „Wir finanzieren uns aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgelder und Spenden.“ Seit 1996 habe es keine Zuschüsse gegeben, und vorher seien die äußerst gering ausgefallen.

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Das Planetarium soll 70 Besuchern Platz bieten. „Groß genug, für zwei Schulklassen“, berichtet Lungenstraß. Es werde eines der modernsten Klein-Planetarien in Europa. Die Technik liefert eine japanische Spezialfirma.

Bei einer großen öffentlichen Präsentation am 26. April im Gründer- und Technologiezentrum am Grünewald will das Team der Sternwarte das ehrgeizige Projekt mit allen Details vorstellen.

(RP)
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