Solingen: Städtisches Klinikum legt Millionen-Investition auf Eis

Solingen: Städtisches Klinikum legt Millionen-Investition auf Eis

Die eigenen Mitarbeiter wurden bereits gestern bei einer Betriebsversammlung informiert - und heute wollen Geschäftsführung und Aufsichtsrat des Klinikums auch der Öffentlichkeit Details mitteilen. Denn nach Informationen unserer Redaktion haben die Verantwortlichen des größten Solinger Krankenhauses jetzt die Reißleine gezogen und den eigentlich geplanten Ausbau des Krankenhauses bis auf Weiteres verschoben.

Ursprünglich war vorgesehen, schon bald die Bagger rollen zu lassen. Für über 30 Millionen Euro sollte ab dem nächsten Jahr ein neuer sechsgeschossiger Bau inklusive integriertem Hubschrauberlandeplatz entstehen. In dem neuen Gebäude hätten ab 2018 unter anderem die Intensivstation sowie die Intermediate Care Station für frisch operierte Patienten einen Platz gefunden.

Doch daraus wird nun erst einmal nichts mehr. Weil das Klinikum angesichts der geplanten Krankenhausreform der Bundesregierung mit finanziellen Einbußen rechnet, wurde die Investition zurückgestellt. "Wir können nicht riskieren, dass wir dadurch in eine Schieflage geraten", sagte gestern ein Klinikum-Insider. Dennoch halte man mittelfristig an den Plänen fest. Baubeginn könnte nun im Jahr 2017 sein.

Dem Vernehmen nach hatte ein Gutachter den Neubau und die mit ihm einhergehenden finanziellen Risiken in den zurückliegenden Monaten noch einmal genau unter die Lupe genommen - mit dem Ergebnis, dass vor Beginn des Projekts zunächst einmal interne Umstrukturierungen im Klinikum erfolgen müssen.

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So ist nach Informationen unserer Redaktion unter anderem vorgesehen, die zentrale Aufnahme des Klinikums neu zu organisieren, um dort - auch mit Hilfe eines eigenen Chefarztes - Verbesserungen zu erreichen. Eine Maßnahme, die durchaus Sinn machen könnte. Denn im Zuge der geplanten Krankenhausreform würden auf das Klinikum beispielsweise in den Bereichen ambulante Notfallversorgung sowie Einlieferungen aus anderen Krankenhäusern zusätzliche Kosten zukommen.

Eine Entwicklung, die bei einem von 1,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr zuletzt nicht vertretbar erschien und die Verantwortlichen nun zum Handeln zwang. Dabei ist der Ausbau für das Klinikum selbst unverzichtbar. "Nur so können wir uns auf lange Sicht für die Zukunft fit machen", hieß es gestern in Klinikum-Kreisen.

(RP)
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