Stadtwald gerettet: Viele Hildener danken den Feuerwehren

Waldbrand am Ostersamstag erst nach elf Stunden gelöscht : Solinger Löscheinheiten in Hilden im Einsatz

Rund 250.000 Quadratmeter standen im Stadtwald in Flammen.

Ostersamstag gegen 14.30 Uhr wird Rauch in der Nähe der Waldkaserne bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Weil es schwierig ist, die Brandstelle zu orten, fordert die Feuerwehr einen Polizeihubschrauber an. Die Besatzung stellt fest, dass auf einer Fläche von rund 250.000 Quadratmetern das Unterholz brennt. „Die Löscharbeiten sind schwierig, weil wir die letzten hundert Meter zu Fuß laufen müssen“, berichtet der Leiter der Hildener Feuerwehr, Hans-Peter Kremer. Was das bedeutet, kann man sich ungefähr ausmalen: In voller Ausrüstung bei 26 Grad im Schatten müssen die Einsatzkräfte schwere Schläuche durch den verrauchten Wald bis zu Brandflächen schleppen. Viele Wege im Stadtwald sind zwar auch für Löschfahrzeuge ausgelegt. Und es gibt auch Hydranten im Wald. Aber das Unterholz brennt an anderer Stelle.

Über dem Stadtwald steht eine Rauchwolke, die weit zu sehen ist. Feuerwehren aus den umliegenden Städten eilen ihren Hildener Kameraden zu Hilfe. Auch aus Solingen rücken 27 Angehörige der Löscheinheiten Ohligs, Mangenberg und Merscheid. Erst nach rund zweieinhalb Stunden ist der Hauptfeuersaum unter Kontrolle. Gelöscht ist das Feuer erst nach rund elf Stunden gegen 1.30 Uhr Sonntagfrüh. Die ganze Nacht durch bis Sonnenaufgang patrouilliert die Feuerwehr durch den Stadtwald und kontrolliert die Brandherde. Parallel dazu laufen die Aufräumarbeiten. Das alles wird noch noch einige Tage dauern, teilt die Wehr mit.

Bürgermeisterin Birgit Alkenings dankt den Retter für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen. Und viele, viele Hildener tun das auch – in den sozialen Netzwerken. „Mein allerhöchsten Respekt und danke, dass Ihr das Schlimmste verhindert habt“, schreibt etwa Iris und spricht damit vielen aus der Seele. „Danke, dass Ihr unseren Stadtwald gerettet habt“, schreibt Veronika. Der Stadtwald ist 450 Hektar groß, ein beliebtes Naherholungsgebiet und wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er besteht zu zwei Dritteln aus Laubbäumen und zu einem Drittel aus Nadelbäumen. Etwa 20 Prozent sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die gesamte andere Waldfläche ist Landschaftsschutzgebiet. Hier finden sich noch sehr seltene Pflanzen- und Tierarten. Viele stehen auf der „Roten Liste bedrohter Arten“.

Wie es zu dem Waldbrand kam, ist noch offen. Die Polizei ermittelt. Ebenso unklar ist, welchen Schaden das Feuer angerichtet hat. „Wir haben großes Glück gehabt“, sagt ein Feuerwehrmann. Das Brandgebiet ist bis auf weiteres gesperrt.

Mehr von RP ONLINE