Stadtrat in Solingen verlängert Vertrag mit der Verbraucherzentrale

Solinger Stadtrat verlängert Vertrag bis 2024. : Rat der Verbraucherzentrale ist gefragt

Seit 1976 gibt es die anbieterneutrale Beratungsstelle in Solingen. Stadtrat verlängert Vertrag einstimmig bis 2024.

Über 11.000 Ratsuchende kamen im vergangenen Jahr in die Verbraucherzentrale am Werwolf und nahmen Beratungsleistungen in Anspruch. Darüber hinaus zählte die Beratungsstelle mehr als 8600 Internetzugriffe auf ihre Seiten. Der Rat der Verbraucherschützer um Leiterin Dagmar Blum ist also gefragt. Das wissen auch die Mitglieder des Stadtrates: In der jüngsten Sitzung wurde deshalb einstimmig der Vertrag mit der Verbraucherzentrale bis ins Jahr 2024 verlängert. Zur Vertragsunterzeichnung kamen am Donnerstag Dr. Iris van Eik von der Geschäftsleitung der Verbraucherzentrale NRW, Regionalleiter Martin Wulf und Dagmar Blum ins Rathaus zu Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

Kurzbach ist ebenso wie viele andere angetan von der Arbeit der Verbraucherberatung, sei es nun im Bereich Schuldnerberatung, Umwelt und Abfallberatung, Energieberatung oder allgemeiner Rechtsberatung. „Die Arbeit der Verbraucherberatung ist wichtig für die Stadt“, sagt der Oberbürgermeister, der gleichzeitig das „außerordentlich engagierte Team“ lobte. Ohnehin sei Teilhabe für alle für eine Stadtgesellschaft wichtig. Auch hier leiste die Verbraucherberatung einen wichtigen Baustein, in dem sie Menschen in Notlagen helfe. Beispielweise über die Schuldnerberatung.

Nach bisher rund 126.000 Euro finanzieller Unterstützung im Jahr durch die Stadt wurden die Summen im neuen Vertrag nun angehoben. 2020 fließen 136.501 Euro, 2024 werden es 161.711 Euro sein. Die gleichen Beträge steuert das Land Nordrhein-Westfalen zu. Mit dem Geld werden überwiegend die Personalkosten in der Beratungsstelle am Werwolf bestritten. „Wir sind nicht nur nachsorgend für die Bürger da, sondern auch präventiv tätig“, sagt Dr. Iris van Eik. Gerade dies könne helfen, der Stadt Geld zu sparen.

Van Eik lobte aber auch den Stadtrat und die Verwaltungsspitze. „So konstruktiv wie in Solingen läuft es nicht überall ab“, meint das Mitglied der Geschäftsleitung der Verbraucherzentrale NRW. Immerhin ist in Solingen seit 1976 eine Beratungsstelle vor Ort – für die Bürger damit seit fast 43 Jahren eine anbieterneutrale Beratung. „Zu uns kommen alle aus der Stadtgesellschaft. Egal ob reich oder arm, ob jung oder alt“, erzählt Dagmar Blum. Die Leiterin der Beratungsstelle am Werwolf ist seit 27 Jahren vor Ort und hat nach wie vor Freude an der Arbeit: „Weil wir viel für die Bürger erreichen können.“

Zwei Schuldnerberaterinnen, eine Umweltberaterin, ein Energieberater und zwei allgemeine Rechtsberaterinnen sowie eine Bürokraft gehören zum Team der Verbraucherzentrale am Werwolf. Ihr Rat ist gefragt, wie die hohen Fallzahlen belegen. Aktuelle Schwerpunkte sind dabei Probleme aus der digitalen Welt: Fallstricke beim Online-Shopping, ungewollte Abos, Abzocke mit vermeintlich kostenlosen Prepaidkreditkarten und dubiose Drittanbieterposten auf der Telefonrechnung.

Aber auch Probleme mit Verträgen in Fitnessstudios und überhöhten Schlüsseldienstabrechnungen gehören zum Alltag der Verbraucherschützer. Im Beratungsjahr 2018 nahmen beispielsweise die Beschwerden über Schlüsseldienste zu. Hier mussten Betroffene bis zu 1000 Euro für den Einsatz eines Schlüsseldienstes zahlen.

Mehr von RP ONLINE