Stadtkirche Ohligs in Solingen bis Sommer 2020 gesperrt

Reparaturarbeiten an Dachstuhl : Stadtkirche Ohligs bis Sommer gesperrt

Die evangelischen Christen in Ohligs müssen noch über ein halbes Jahr auf ihr Gotteshaus verzichten. Die Sanierung der im März entdeckten Schäden kostet 500.000 Euro. Spenden und Festival sollen helfen, das Geld aufzubringen.

Die Sanierungsarbeiten an dem vom Einsturz bedrohten Dachstuhl der Evangelischen Stadtkirche in Ohligs dauern länger als geahnt. Denn nachdem die Verantwortlichen lange Zeit davon ausgegangen waren, die dringend notwendigen Reparaturen bis Ende 2019 abschließen zu können, steht nun fest, dass die Bauarbeiter wohl noch bis Sommer 2020 den Ton angeben werden an der Kirche aus dem 19. Jahrhundert.

Damit haben sich die schon im Oktober aufgekommenen Befürchtungen bewahrheitet, wonach sich die Instandsetzung des Gotteshauses an der Wittenbergstraße ausgesprochen kompliziert gestalten. Und auch die Kosten für die Sanierung haben es in sich. So geht das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Ohligs mittlerweile davon aus, dass am Ende rund 500.000 Euro zu Buche schlagen könnten.

Die Finanzierung der Maßnahme soll dabei aus Rücklagen der Gemeinde sowie aus Spenden erfolgen. „Wir bitten Gemeindemitglieder und Solinger Bürger, uns bei der Sanierung der Ohligser Stadtkirche zu unterstützen“, sagte jetzt die Vorsitzende des Ohligser Presbyteriums, Miriam Hindenberger. Denn immerhin sei das Gotteshaus nicht allein Zentrum des Gemeindelebens, sondern darüber hinaus auch „ein markantes Gebäude und eine Wegmarke im Solinger Westen, so Hindenberger.

Parallel plant die Kirchengemeinde eine Reihe von Veranstaltungen, die ebenfalls helfen sollen, die Kosten für die Sanierung zu schultern. Beispielsweise ist für Juni folgenden Jahres ein großes Festival vorgesehen, das unter dem Motto „Groove for the Roof“ stehen wird und bei dem im Ohligser Stadtpark viele Bands, Orchester sowie Künstler aus der Klingenstadt auftreten werden.

Ein Zeitpunkt, zu dem die Instandsetzung der Kirche bereits abgeschlossen oder doch zumindest weit fortgeschritten sein dürfte – wobei auf die Bauarbeiter der beteiligten Firmen in den kommenden Monaten noch jede Menge Arbeit wartet, wie der für die Maßnahme zuständige Architekt Jürgen Kleid vom Wuppertaler Architektenbüro K 2 in dieser Woche zu erläutern wusste.

So wird zunächst die einsturzgefährdete Balkenkonstruktion am Dachstuhl des Gotteshauses gesichert und repariert. Danach soll die Innendecke geöffnet werden, um eine Schwammsanierung des befallenen Mauerwerkes durchführen zu können. Damit soll ein erneuter Befall durch den Hausschwamm des Daches verhindert werden. Nachdem die Innendecke wieder geschlossen worden ist, muss abschließend noch der Kirchraum neu gestrichen werden.

Die umfassende Sanierung des Daches sei nötig geworden, nachdem bei einer turnusmäßigen Begehung im März diesen Jahres eine starke Schädigung des Balkenwerkes entdeckt worden war, erläuterte jetzt noch einmal Guido Kierdorf, der für das Ohligser Presbyterium die Sanierung als Kirchbaumeister begleitet.

„Danach waren zunächst umfangreiche Untersuchungen durch Statiker und Holzgutachter notwendig, um ein genaues Schadensbild zu ermitteln“, sagte Kierdorf. Diese Untersuchungen hätten ergeben, dass eine umfangreiche Sanierung der Balkenkonstruktion sowie eine Schwammsanierung nicht zu verhindern seien, so Kierdorf.

Mehr von RP ONLINE