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Solingen: Stadtkirche "Leuchtturm" in der Solinger City

Solingen : Stadtkirche "Leuchtturm" in der Solinger City

Größer könnten die Gegensätze nicht sein: Während die Lutherkirche womöglich ihrer Schließung entgegentaumelt, kann sich die Gemeinde der Stadtkirche über die Teilnahme an einem Förderprojekt freuen, mit dessen Hilfe der Umbau der Kirche realisiert wird.

Die unterschiedlichen Perspektiven der evangelischen Kirchengemeinden in der Innenstadt gehörten zu den zahlreichen Aspekten der Tagesordnung auf der Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Solingen. Thomas Förster, Pfarrer für Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises, sieht die Gemeinden in der Klingenstadt in einem "spannenden Prozess."

Zunächst ging es auf der Tagung, an der Abordnungen von Geistlichen und Laien aus den zehn Solinger Gemeinden teilnahmen, um harte Zahlen: Für das Jahr 2012 erwarten die Gemeinden ein Kirchensteueraufkommen von 11,5 Millionen Euro. Die Prognose bleibt somit gegenüber dem Vorjahr gleich. Etwa acht Prozent der Einnahmen kommen der übergeordneten Verwaltung des Kirchenkreises zugute.

Stelle gestrichen

Im Hinblick auf die Jugendarbeit der evangelischen Kirche wurde ein neues Modell beraten. Danach sollen die Gemeinden in fünf Gestaltungsräume aufgeteilt werden, die jeweils mindestens einen hauptamtlichen Angestellten für die Jugendarbeit abstellen. Dieser soll sowohl über zertifizierte pädagogische als auch theologische Kenntnisse verfügen. Bis 2015 soll das Konzept umgesetzt werden. Damit will der Kirchenkreis auf die Entwicklung der letzten Jahre reagieren: In den innenstädtischen Gemeinden hatte man aus Kostengründen die Stelle für den Jugendbeauftragten gestrichen. Der Vorgang, auf der Ebene des Kirchenkreises derartige Mindeststandards für die Gemeinden zu verordnen, ist durchaus ungewöhnlich. Üblicherweise können auf der Synodaltagung nur Empfehlungen ausgesprochen werden.

Natürlich konnte die Tagung nicht ohne Diskussionen über den Schließungsbeschluss der Lutherkirche zu Ende gehen. "Die Lutherkirche ist prägend für die evangelische Kirche in Solingen", sagt Thomas Förster. Inwieweit man zur Aufrechterhaltung des Betriebes Gelder des Kirchenkreises zur Verfügung stellen kann, soll auf der Synodaltagung im Sommer 2012 erörtert werden. Als besonders erfreulich wurde hingegen die Entwicklung für die Stadtkirche hervorgehoben. Im Rahmen des EU-Förderprojekts "City 2013" soll der Bereich zwischen Fußgängerzone und Fronhof attraktiver gestaltet werden.

Die Stadtkirche, die in diesem Bereich liegt, soll ab 2012 saniert werden. Dann sollen Teile der Räumlichkeiten auch von Vereinen angemietet werden können. Ein Café soll ebenfalls entstehen. Insgesamt 3,6 Millionen Euro kostet die Gesamtsanierung der Stadtkirche. Die Hälfte stammt aus öffentlichen Fördergeldern, der Rest wird von der Gemeinde mit Unterstützung des Kirchenkreises aufgebracht.

Diese Maßnahme solle der Innenstadt eine "ganz neue Note" geben, erklärt Thomas Förster, der die Stadtkirche als "Leuchtturm" im Solinger Zentrum bezeichnet.

(ied)