Stadtleben: Sparkassen-Auszubildende bauen schnittige Rakete

Stadtleben : Sparkassen-Auszubildende bauen schnittige Rakete

Von Alexander Riedel

Schulschluss - doch das Gelände zügig zu verlassen, kommt für die Kinder diesmal nicht infrage.

Denn schließlich wartet auf dem Hof eine neue Attraktion, die es erst einmal gründlich zu erkunden gilt: Eine in verschiedenen Blautönen gestrichene Kletter-Rakete mit Rutsche lässt die Augen von Jungen und Mädchen ebenso leuchten wie der erneuerte Kletterturm daneben. "Das ist alles sehr schön geworden", freut sich die zehnjährige Mia. Und ihre Schulkollegin Frieda ergänzt: "Ich finde toll, dass die Rakete so hoch gebaut wurde."

Anfangs versperrt noch ein rot-weißes Band den Zutritt zum Spielplatz im hinteren Teil des Schulhofes - ehe ihn die Erbauer durch den obligatorischen Schnitt mit der Schneiderschere freigeben: Zehn Auszubildende der Stadt-Sparkasse im zweiten Lehrjahr und einige Unterstützer aus dem älteren Jahrgang haben eine Woche lang gehämmert und gesägt. Von der zwölften Auflage des alljährlichen Azubi-Bauprojekts, mit dem das Geldinstitut den Horizont der künftigen Bankangestellten erweitert, profitiert in diesem Jahr die Grundschule Bogenstraße.

"Wir haben wirklich ein neues Spielgerät gebraucht", jubelt Mia, während ihre Kollegen sich in Scharen über die Wackelbrücke am Kletterturm nach oben hangeln oder die Rakete erklimmen. Reizvoll ist die Anlage auch optisch - schließlich entdeckt der Beobachter auf der Außenwand des Kletterturms ein Raumschiff, einen Astronauten und gemalte Bilder von Planeten. Die Gestaltung nahm Künstlerin Janine Werner in die Hand.

"Wir sind stolz auf das Ergebnis", sagt der Auszubildende Lukas Kugler inmitten des Eröffnungs-Trubels. Seit Montag vergangener Woche haben sich der 19-Jährige und seine Kollegen auf dem Schulgelände der schweißtreibenden Arbeit bei sommerlichen Temperaturen gewidmet. "Erst haben wir eine Einführung über die Anwendung von Werkzeug und Maschinen bekommen und dann ging es in Gruppenarbeit los", erzählt Kugler. Seine Gruppe etwa habe ein 60 Zentimeter tiefes Loch gegraben und die Pfähle für die Rakete einbetoniert.

"Diese Projekte sind ein Dankeschön an die Bürger und helfen unseren Azubis auch bei der Persönlichkeitsentwicklung", sagt derweil Sparkassen-Vorstandschef Stefan Grunwald in seiner Ansprache vor Kindern und Eltern - und scherzt mit Blick auf die sonnengegerbten Gesichter der Auszubildenden: "Sie sehen aus, als wären sie in einem Aktiv-Urlaub gewesen."

"Unfassbar viel Spaß gemacht" habe ihm die Mitarbeit am Projekt, betont wiederum Kugler. Ob er sich nach dieser Woche lieber dauerhaft als Handwerker betätigen würde? "Nein, nein", wehrt er die Frage schmunzelnd ab, "ich freue mich schon, in meinen beruflichen Alltag zurückzukehren."

Einmal pro Jahr gestalten Azubis der Stadt-Sparkasse das Außengelände einer Solinger Einrichtung um. Das Marburger Unternehmen ALEA (das steht für "Anders lernen durch Erfahrung und Abenteuer") begleitete einmal mehr das Projekt. Das Bauzentrum Staba-Schermuly lieferte den Beton. Die TÜV-Prüfung übernahm der Sachverständige Dirk Breuer. Auch die Stadt Solingen unterstützte das Vorhaben durch verschiedene Vorarbeiten auf dem Gelände. Die von der Stadt-Sparkasse getragenen Materialkosten betrugen 22.000 Euro.

(ied)
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