Stadtleben: Mode und Kultur im "Freudenhaus"

Stadtleben : Mode und Kultur im "Freudenhaus"

Für Einige ist Kleidung etwas Pragmatisches. Man zieht sie an, weil man sie eben anziehen muss, weil sie wärmt und so ihren Zweck erfüllt. Für Petra Hoffmann, Inhaberin des Concept-Store "Freudenhaus" an der Friedrich-Ebert-Straße ist Kleidung aber so viel mehr als "die zweite Haut, die man anzieht". Vor gut einem Monat feierte sie die Eröffnung.

Für Einige ist Kleidung etwas Pragmatisches. Man zieht sie an, weil man sie eben anziehen muss, weil sie wärmt und so ihren Zweck erfüllt. Für Petra Hoffmann, Inhaberin des Concept-Store "Freudenhaus" an der Friedrich-Ebert-Straße ist Kleidung aber so viel mehr als "die zweite Haut, die man anzieht". Vor gut einem Monat feierte sie die Eröffnung.

"Auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen, machten Kleider eben Leute. Mode spiegelt in gewisser Weise Gefühle wieder. Sie kann für Wohlbefinden, Selbstbewusstsein und vor allem für einen guten Eindruck sorgen", sagt die 55-Jährige. Mit Marken aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Italien und England will sie weg von der klassischen kommerziellen Kleidung der großen Modeketten. "Die Klamotte wird oft unterschätzt. Gerade kleine Labels bieten ganz besondere Stücke", erklärt die Solingerin.

Sechs Monate lang erarbeitete die gelernte Einzelhandelskauffrau einen Businessplan und befasste sich mit Marketing, Konzept, Finanzen und vielem mehr. "Die größte Herausforderung war es natürlich, einen Geldgeber zu finden. Aber irgendwie war ich mir meiner Sache so sicher, es musste einfach klappen". Schon immer war es ihr Traum gewesen, eine Boutique zu eröffnen. "Erstmal muss man ein wenig Erfahrung sammeln, dann kommen die Ehe, Kinder. Und nie war so richtig Zeit", erklärt die Petra Hoffmann. "Jetzt passte alles, ich habe es noch geschafft"

Im "Freudenhaus" gibt es nach dem Prinzip des Concept-Stores alles von den Schuhen und Socken über Unterwäsche, Hosen, Oberteilen, Kleidern bis hin zum Parfüm und zu Accessoires. Frauen und Männer aller Generationen finden hier das Passende. Dass Alter keine Rolle spiele, ist Petra Hoffmann besonders wichtig. "Ich möchte gerne zu einem Anlaufpunkt für Alle in Solingen werden". Und das nicht nur über die Mode. Im hinteren Bereich des 150 Quadratmeter großen Ladens gibt es noch Platz für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder auch Weinproben. "Ich will Raum für Kunst und Kreativität schaffen, denn das ist auch irgendwo Mode. Alles ist ständig in Bewegung und verändert sich. So spielt das Leben und das ist auch gut so".

Der Name allein sorgt für besonders viel Werbung. "Ich wollte den Laden nicht einfach "Fashion Store" oder sowas nennen. Es musste ein richtiger Hingucker sein". Zurzeit stemmt Petra Hoffmann noch alles allein, bekommt aber Hilfe von ihrer Tochter. Auch wenn das bedeutet, täglich zwei Stunden mehr zu arbeiten. "Wenn ich etwas wirklich will, gebe ich 150 Prozent und stecke all mein Herzblut in die Sache", erklärt die 55-Jährige. Für sie gab es nie einen Plan B. "Sonst konzentriert man sich nicht mit seiner gesamten Energie auf Plan A". In Zukunft hofft Petra Hoffmann darauf, dass alles wie bisher gut läuft und die Leute zum Einkaufen nicht mehr nach Düsseldorf oder Köln ausweichen müssen. "Ich freue mich, wenn jemand hereinkommt und sagt: "Zieh mich an". Mir ist diese Bereitschaft zur Veränderung wichtig". Großartig reich werden ist auch nicht ihr Ziel, sondern"einfach besondere Mode anbieten, die es sonst hier in Solingen nicht gibt". LAURA MERTENS

Öffnungszeiten Montag bis Samstag, jeweils 10 bis 18.30 Uhr

(RP)
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