Szene: Frische Club-Sounds aus Solingen

Szene: Frische Club-Sounds aus Solingen

Wenn Kurd Maverick nicht gerade in den gefragtesten Clubs der Welt auflegt, arbeitet DJ Kurd Maverick im Solinger Tonstudio an neuer Musik.

Begonnen hatte alles mit einer Saz, der Langhalslaute aus Südosteuropa und Vorderasien: "Die brachte meine Mutter aus der Türkei mit, als ich acht Jahre alt war", erinnert sich Cihan Ötün. Drei Jahrzehnte später ist der gebürtige Solinger unter dem Namen Kurd Maverick (der Name "Kurd" geht auf seine kurdische Abstammung zurück) ein weltweit gefragter House-DJ, der Remixe für Robbie Williams, die Pet Shop Boys und Mariah Carey produzierte - was an seiner Verbundenheit zur Klingenstadt nichts ändert: "Hier leben Familie und Freunde, das zieht mich immer wieder zurück", betont der Vater einer Tochter.

Und auch in beruflicher Hinsicht ist Solingen für Kurd Maverick, der ansonsten auf der berühmten Club-Insel Ibiza lebt, ein bedeutender Standort: Schließlich arbeitet er hier im eigenen Ton-Studio immer wieder an neuen Songs. "Ich bin zur Zeit mit zwei bis drei Sachen beschäftigt." Genauer lässt er sich noch nicht in die Karten schauen: "Manchmal geht es ganz schnell, bis die nächste Single fertig ist."

Den Weg zur elektronischen Musik fand er über klassische Instrumente, spielte neben der Saz auch Klavier - und tourte mit einer kurdisch-türkischen Musikgruppe durch Europa. Später, die Band hatte sich inzwischen aufgelöst, habe ihn ein Freund in einen Club mitgenommen. "House hat mich gepackt", sagt er. Prägend wurden für ihn das "French-House"-Duo Daft Punk mit seinem Debütalbum "Homework " sowie Solo-Künstler wie Armand Van Helden oder die deutsche DJ-Legende Sven Väth.

Der Remix der Hitsingle "Pump up the Jam" machte ihn im Jahr 2005 endgültig bekannt. Im Jahr darauf erklommen Kurd Maverick und Kollege Eddie Thoneick mit ihrer House-Version des Disco-Titels "Love Sensation" Platz 39 der britischen Charts. DJ-Auftritte in aller Welt folgten: "Zwischenzeitlich waren es über 100 im Jahr", erzählt Kurd Maverick, der heute auch über die unangenehmeren Momente schmunzeln kann: "In Kolumbien haben mich Leute mit geladener Waffe zum Club eskortiert". Inzwischen hat er die Zahl seiner Auftritte reduziert: "Es wurde mir irgendwann zu viel - man wird ja auch nicht jünger", sagt der bald 40-Jährige verschmitzt. Stattdessen tüftelt er im Studio an neuer Musik und betont: "Es gibt erstaunliche Möglichkeiten, immer wieder Sounds zu kreieren, die noch frischer klingen." ALEXANDER RIEDEL

(ied)