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Kindertheater: Stadtensemble spielt Shakespeare

Kindertheater : Stadtensemble spielt Shakespeare

Der "Sommernachtstraum" taugt perfekt für das jährliche Theater für Kinder. Es gibt nur noch wenige Karten.

Mittlerweile sind die Solinger Elfen 15 Jahre alt. Nein, sie feiern nicht Geburtstag. Aber bei der Aufführung des Stadtensembles von William Shakespeares "Sommernachtstraum" setzt Regisseur Michael Tesch die gleichen Darstellerinnen wie schon vor zehn Jahren ein. Denn schon 2007 war die Vorlage des Dramas aus der Feder des berühmten englischen Autors Basis für das Kindertheaterstück in der Vorweihnachtszeit. Das hat zehnjährige Tradition und führt viele Solinger Schüler überhaupt erstmals ins Theater. Daher haben Tesch und sein Ensemble ihre Arbeit über die Bühne hinaus erweitert. Heute gehen sie vor und nach den Aufführungen auch in die Klassen, sprechen mit den Schülern.

Die aktuelle Produktion könne man nicht mit der von vor zehn Jahren vergleichen. "Wir wissen, welche klassischen Anfängerfehler wir damals gemacht haben", erzählt er. Früher sei das Stück weit über zwei Stunden gegangen - zu lang für Kinder. Ab dem 12. Dezember, dann ist Premiere, werden die insgesamt neun Aufführungen jeweils nur noch knapp zwei Stunden inklusive Pause dauern.

Doch nicht nur der Zeitfaktor macht eine erfolgreiche Theaterproduktion für Kinder und Jugendliche aus. "Durch unsere Besuche in den Schulen wissen wir heute genau, was die Kinder vom Theater erwarten", berichtet Tesch.

Das alles fließe nun auch in die Wiederaufnahme von "Ein Sommernachtstraum" ein. Das Kinderstück nach Motiven von William Shakespeare wurde wie gewohnt vom Darsteller und Hausautor des Stadtensembles, Uwe Dahlhaus, geschrieben.

Große Stücke hält Tesch auch auf die Bühnentechnik im Pina-Bausch-Saal und die Menschen dahinter. Die Technik leiste heute viel mehr als noch vor zehn Jahren. Alleine das moderne Licht lasse tolle Effekte zu. Tesch schwärmt: "Wir können die Kinder heute viel besser staunen lassen."

Doch worum geht es in der Fassung des Stadtensembles? Vier unglücklich Verliebte irren in einer Mittsommernacht durch einen Wald in der Nähe von Athen. Sie ahnen nicht, dass sie sich im Zauberreich des mächtigen Elfenkönigs Oberon und seiner stolzen und schönen Königin Titania befinden. Hier leben Feen, Elfen - genau, die heute 15-jährigen Darsteller aus Solingen -, Naturgeister und der freche Kobold Puck. Auch sechs Athener Handwerker treffen sich im Zauberwald, um ein Theaterstück vorzubereiten, das sie zur Hochzeit des Herzogs von Athen aufführen wollen. Puck, der die Liebenden und die Handwerker im Wald entdeckt, sorgt mit Zaubereien dafür, dass die lange Sommernacht für alle turbulenter und zauberhafter als gedacht verläuft.

Das Stück enthalte noch sehr viel Shakespeare, verspricht Tesch. "Allein schon wegen der Sprache ist das so. Vor allem die Texte der Handwerker erhalten so ihre ursprüngliche Kraft." Am Ablauf des Stücks und bei einige Handlungswendungen habe man aber schon eingegriffen, um die Vorlage wirklich kindgerecht zu machen. Tesch ist nach zehn Jahren Kindertheater in der Vorweihnachtszeit auch froh, dass die vielen Vorstellungen für die Schulen und Kindergärten meist lange im Voraus ausgebucht seien. "Wir verfügen sogar über einen Pool an Schulen, die auf der Warteliste stehen und die Plätze füllen, falls mal eine Klasse absagen muss." Und Tesch setzt auf seine Elfen. Denn sie würden dem Ensemble erhalten bleiben, es auch in den kommenden Jahren verjüngen, so Möglichkeiten schaffen, Kinder noch besser zum Staunen zu bringen.

(RP)