Stadtensemble: Nimmerland liegt für sieben Tage in Solingen

Eigeninszenierung im Theater und Konzerthaus : Nimmerland liegt für sieben Tage in Solingen

Nimmerland in Solingen - Das Stadtensemble stellt sich vor

Ab 12. Dezember erzählt das Stadtensemble die Geschichte von Peter Pan und Kapitän Hook Die Hauptdarsteller stellen ihre Rollen vor.

Eine Premiere kurz nach dem Aufstehen morgens um 9 Uhr ? Ja, auch das gibt es. Und zwar einmal im Jahr, wenn das Solinger Stadtensemble in den Pina-Bausch-Saal zum Kindertheater bittet.

Kommenden Donnerstag werden die Darsteller unter Leitung von Regisseur Michael Tesch wieder in bester Spiellaune die Bretter betreten, die eine Woche lang für sie die berühmte Welt bedeuten – teilweise zweimal am Tag. Denn neben 9 Uhr ist auch 12 Uhr Auftrittszeit. Der Grund: Die Aufführungen werden vor allem von Schulklassen besucht. Tipp: Am Sonntag, 15. Dezember, geht es um 15 Uhr los. Dann sind wie am 17. Dezember auch alle jungen und alten Solinger bei zwei öffentlichen Vorstellungen zugelassen.

Auf der Bühne des Pina-Bausch-Saals schwimmt das Piratenschiff von Captain Hook, der böse Gegenspieler von Peter Pan. Das Schiff hat es bereits vor neun Jahren bei der Erstaufführung des Stücks gegeben. „Aber wir haben alles komplett überarbeitet und vor allem gekürzt“, erklärt Tesch.

Die Musik stammt aus dem Ideenschatz von Ulf Seiffert, dem früh verstorbenen musikalischen Leiter der Solinger Eigeninszenierungen. „Wir widmen die Vorstellungen deshalb auch Ulf“, betont der Regisseur. Aufgeführt wird die Musik vom Team um den heutigen musikalischen Chef Mutz.

Auf der Bühne proben die Mitglieder des Solinger Stadtensembles die Abläufe und Gänge. Auch die Insel Nimmerland existiert schon als Rollbühne mit einer Höhle. Und es wird auch Videos geben. So etwa aus dem Bauch des Schiffes. „Was man sonst nicht sieht, zeigen wir auf der Leinwand“, erklärt Tesch. 19 Darsteller machen bei der Nimmerland-Ausgabe 2019 bei den zehn Aufführungen mit.

Kindertheater als Eigeninszenierung gibt es schon viele Jahrzehnte im Theater und Konzerthaus. In den vergangenen Jahren knüpfte es an die früheren Erfolge an. Mit der Übernahme der Inszenierung durch das Solinger Stadtensemble und das Marketing bei Schulen in Solingen sowie in den Nachbarstädten hat sich ein Selbstläufer entwickelt. Die Vorstellungen an den Wochentagen sind ausgebucht.

Regisseur Michael Tesch kann jedes Jahr auf ein neues Stück aus der Feder von Uwe Dahlhaus setzen – oder eben auf eine Überarbeitung vorhandenen Materials. Der Hauptdarsteller des Ensembles Profan verwendet dabei immer bekannte Vorlagen, um sie modern, kindgerecht und vor allem mit viel Witz seinen Ensemble-Mitgliedern auf den Leib zu schreiben.

In diesem Jahr geht es ins Nimmerland. Das ist die Kindergeschichte von James Matthew Barrie über das einzige Kind, das niemals erwachsen wird. Peter Pan führt auf der Insel die „Verlorenen Jungs“ an. Ihm zur Seite steht die Fee Tinkerbell. „Glöckchen“ wird in der Neuinszenierung von Renate Kemperdick gespielt – vor neun Jahren hat sie noch Peter Pan gespielt. In diese Rolle schlüpft jetzt ihre Enkeltochter Amira. Sie findet das alles total spannend.

„Es ist lustig, ein Junge zu sein“, erzählt sie. Die Hauptrolle verlange ihr schon einiges ab. So müsse sie genau „überlegen, wie man was macht“. Die Fechtszenen gegen Hook und dessen Piraten werden dazugehören. „Action“ werde viel geboten, verspricht Amira ­Kemperdick den jungen Zuschauern.

Die Kemperdicks sind im Übrigen gleich mit vier Familienmitgliedern bei „Nimmerland“ vertreten. Und das über mehrere Generationen. Regisseur Tesch freut das sichtbar: „Die Omma – unbedingt mit zwei M – hat die Rolle von Peter Pan an die Enkelin abgegeben. Freiwillig.“