Solingen: Stadt-Sparkasse verschreibt sich "Fitnessprogramm"

Solingen : Stadt-Sparkasse verschreibt sich "Fitnessprogramm"

Die Zinsen fürs Sparbuch sind mickrig. Gerade mal 0,1 bis 0,2 Prozent können Sparer derzeit für ihre Anlagen einstreichen. Bei einer weit höheren Inflationsrate verlieren deren Vermögen aber deutlich an Wert, doch das fürs Geldanlagen auf Sparbüchern bei der Stadt-Sparkasse Solingen demnächst Minuszinsen berechnet werden, das schließt Vorstandsvorsitzender Stefan Grunwald aus: "So weit wird es wohl nicht kommen." Doch die niedrigen Zinsen führten dazu, dass die Haushalte von ihren verfügbaren Einkommen weniger als sonst auf die hohe Kante legen und stattdessen das Geld lieber ausgeben: Auf 8,5 Prozent ist die Sparquote gesunken, die sonst laut Grunwald zwischen zehn und elf Prozent liegt.

Auf der anderen Seite sind die Aktienkurse weiter auf Höhenflug, und die Kreditinstitute sehen sich einem "regelrechten Regulierungs-tsunami" der Gesetzgeber und Aufsichtsorgane gegenüber. "Das belastet auch die Sparkassen", sagte Grunwald, der gestern mit seinem Vorstandskollegen Manfred Kartenberg trotz eines schwierigen Marktumfeldes über ein gutes Geschäftsjahr 2013 berichtete.

Danach blieb der Jahresüberschuss bei einer Bilanzsumme von 2,225 Milliarden Euro mit rund vier Millionen Euro auf hohem Niveau stabil. Stadtkämmerer Ralf Weeke kann deshalb wie schon 2012 voraussichtlich mit einem Betrag von 1,6 Millionen Euro rechnen, den die Stadt-Sparkasse für den städtischen Haushalt überweisen wird.

Im Kreditgeschäft verbuchte das Geldinstitut einen Zuwachs von 4,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, die Einlagen stiegen um 1,5 Prozent auf 1,639 Milliarden Euro. Die Wertpapiervermögen der Sparkassen-Kunden werden mit 614 Millionen Euro angegeben. "Baufinanzierung und Firmenkundengeschäft sind die erträglichsten Felder der Stadt-Saprkasse", sagte der Vorstandsvorsitzende. Keine Freude bereiten dagegen die Zahlungen, die das Solinger Kreditinstitut an den Sparkassen-Verbund abführen muss beziehungsweise in Erwartung entsprechender Zahlungen Rückstellungen gebildet hat: "Zusammen sind das 4,2 Millionen Euro", sagte Manfred Kartenberg.

Zum Teil "maßlos überzogene Regulierungspolitik", so Kartenberg, historisches Zinstief, verändertes Verbraucherverhalten – immer mehr Privat- (48 Prozent) und Firmenkunden (77 Prozent) erledigen online ihre Bankgeschäfte; über 3,3 Millionen Besuche in der "Internetfiliale" – sieht sich die Stadt-Sparkasse gegenüber und hat sich deshalb ein mittelfristig angelegtes "Fitnessprogramm" verschrieben. Beratungs- und Servicequalität sollen verbessert werden, investiert wird in kundenfreundliche Selbstbedienungsangebote. "Auch die telefonische Erreichbarkeit soll verbessert werden", kündigte Kartenberg an. Dennoch haben die Filialen nicht ausgedient, sie bleiben "zentraler Anker" im Multikanalangebot der Stadt-Sparkasse mit ihren 645 Mitarbeitern. 16 Geschäftsstellen, ein Immobilien-Center und drei Selbstbedienungs-Center gehören zum Unternehmen. "Das bleibt zunächst auch so", sagte Stefan Grunwald, der aber Veränderungen für die Zukunft hier nicht ausschließt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE