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Stadt-Sparkasse Solingen: Künftig nur noch sechs Standorte

Neuaufstellung in Solingen : Stadt-Sparkasse hat künftig nur noch sechs Standorte

Die Stadt-Sparkasse Solingen strafft und modernisiert das Netz ihrer Geschäftsstellen. In Gräfrath und an der Krahenhöhe soll es künftig nur noch Automaten geben. Die Sparkassen-Geschäftsbilanz für 2021 ist „zufriedenstellend“.

Die Stadt-Sparkasse macht aus zwei weiteren ihrer Geschäftsstellen Selbstbedienungsfilialen: Ende April endet der Betrieb in Gräfrath (Gerberstraße, Ecke Klosterhof) und an der Krahenhöhe (Schützenstraße). Außerdem zieht die Geschäftsstelle Höhscheid zum selben Zeitpunkt um. Wie es nach den Flutschäden in Burg weitergeht, haben Sparkassen-Vorstand und Verwaltungsrat noch nicht entschieden. „Wir haben dann sechs Standorte“, spricht Vorstandsvorsitzender Stefan Grunwald über den Stichtag 1. Mai: in Aufderhöhe, Ohligs, Merscheid, Wald, Solingen-Mitte und am Central. „Wir sind damit immer noch das Institut mit den meisten Filialen.“

„Über 85 Prozent der Abschlüsse und Gespräche finden in Geschäftsstellen statt“, berichtet Vorstand Sebastian Greif. Die sollen künftig aber so aussehen wie die im April 2021 bezogene neue Niederlassung am Ohligser Markt. Dort präsentierte die Stadt-Sparkasse am Dienstag ihre Geschäftszahlen fürs vergangene Jahr samt Ausblick auf die kommenden. Greif: „Wir sind das Kreditinstitut vor Ort.“

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Das sich aber in jedem Stadtteil neu aufstellt. In Höhscheid übernimmt die Geschäftsstelle die Räume, die früher „Der Andere Laden“ (inzwischen in Ohligs) genutzt hatte. Das Ladenlokal an der Ecke von Neuenhofer Straße und Platzhofstraße ist im Besitz der Sparkasse, hat aber keinen Tresor. Der wird den Höhscheider Kunden künftig in Aufderhöhe und Mitte angeboten. Neben der neuen Filiale gibt es einige Parkplätze; übergangsweise sollen auch die bisherigen auf der anderen Straßenseite noch genutzt werden. Was sich aus dem dortigen Areal samt der alten Geschäftsstelle entwickeln wird, ist noch unklar. Stefan Grunwald: „Es ist ein sehr prominentes Grundstück.“

 Der Sparkassen-Vorstand (v.l.) Sebastian Greif, Stefan Grunwald und Andreas Tangemann in der Ohligser Geschäftsstelle.
Der Sparkassen-Vorstand (v.l.) Sebastian Greif, Stefan Grunwald und Andreas Tangemann in der Ohligser Geschäftsstelle. Foto: Fred Lothar Melchior

In Wald fand die Stadt-Sparkasse keine ähnlich naheliegende Lösung wie in Höhscheid. „Auch Wald ist für uns ein ganz wichtiger Standort“, betont Sebastian Greif. Weil aber keine Alternative zum Gebäude an der Poststraße gefunden wurde, wird die Geschäftsstelle nun „spätestens bis 2024“ saniert. Im selben Jahr soll auch die neue Sparkassen-Hauptstelle in der City bezogen sein. Bei ihrem Bau gab es zuletzt eine Verzögerung, weil der Untergrund eher lehmig als felsig war. Die Bodenplatte soll jetzt im Februar gegossen werden.

Auf einem soliden Fundament baut die Stadt-Sparkasse auch ihr normales Geschäft auf. 2021 sei ein „sehr zufriedenstellendes Jahr“ gewesen, unterstreicht Stefan Grunwald. Die Bilanzsumme stieg um knapp acht Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 18 Prozent. „Damit sind wir gut aufgestellt.“ Zuwächse gab es sowohl bei den Ausleihen als auch bei den Anlagen. Das Kreditvolumen stieg um 7,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Zuwachs bei den Immobilienkrediten lag sogar bei fast 20 Prozent; 392 Millionen Euro wurden neu zugesagt. Das Kreditgeschäft mit Firmenkunden legte um rund 17 Prozent zu. „Die Unternehmen haben sich sehr stark mit Liquidität ausgestattet und uns Kreditinstitute gar nicht so gebraucht.“

Die Kundeneinlagen vergrößerten sich um rund 200 Millionen auf 2,6 Milliarden Euro, wobei viel Geld auf Girokonten geparkt wurde. Der Wertpapierabsatz stieg um mehr als 27 Prozent auf 253 Millionen Euro. Damit erreichte das bei der Stadt-Sparkasse und ihren Partnern angelegte Geld- und Wertpapiervermögen mit 3,9 Milliarden Euro (plus 10 Prozent) einen neuen Rekordwert. Gleichzeitig wurden Lebens- und Rentenversicherungen für 86 Millionen Euro vermittelt.