Stadt Solingen will nur kleinen Ausbau der Raststätte Ohligser Heide

Raststätte Ohligser Heide : Solingen besteht auf kleiner Lösung

Die A 3 soll achtspurig werden. Und auf der Raststätte Ohligser Heide in Richtung Köln könnten mehr Lkw-Parkplätze entstehen. Allerdings herrscht seit Jahren Uneinigkeit über die Größe des Rasthof-Projekts. Die Stadt will hart bleiben.

Die Autobahn 3 bei Solingen gehört traditionell zu den meistbefahrenen Autobahnabschnitten Deutschlands. Bereits seit Jahrzehnten passieren jeden Tag fast 100.000 Fahrzeuge, darunter auch viele Laster, das Teilstück in Richtung Süden. Aber wann vor allem die Lkw-Fahrer in Höhe der Ohligser Heide in den Genuss einer modernisierten Raststätte kommen, steht nach wie vor in den Sternen.

Noch immer streiten die Stadt Solingen sowie die für den ­Ausbau der Rastanlage Ohligser Heide verantwortliche Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) über die Zahl der Lkw-Parkplätze, die in Zukunft an der westlichen Fahrbahn der Autobahn 3 auf die Lastwagen-Fahrer warten soll. Wobei die Differenzen zwischen den zuständigen Stellen zuletzt sogar weiter zugenommen haben dürften, so dass der von der DEGES eigentlich anvisierte Baustart im Jahr 2021 wohl kaum zu halten ist.

Der Hintergrund: Im März 2018 fand zum wiederholten Male ein Treffen beider Seiten sowie anderer Experten statt, das zum Ziel hatte, unter anderem die Rahmenbedingungen des Projektes festzulegen. Doch nachdem die DEGES, eine Tochter des Bundes und verschiedener Bundesländer, zuletzt mitgeteilt hat, dass man mittlerweile die Vorplanung für das Vorhaben erstellt habe, moniert die Stadt nun, die von ihr vorgebrachten Punkte fänden nicht ausreichend Berücksichtigung.

Dabei bezieht sich die Verwaltung auf einen Beschluss des Solinger Planungsausschusses vom Dezember 2010. Darin hatte die Klingenstadt einer Erhöhung der Zahl der Lkw-Parkplätze von 25 auf 91 und einer Aufstockung der Pkw-Parkplätze von 58 auf 185 ihre Zustimmung verweigert.

Begründet wurde diese ablehnende Haltung seinerzeit hauptsächlich mit Argumenten des Umweltschutzes. Und an denen hat sich aus Sicht der Stadt bis zum heutigen Tag nichts geändert, so dass die Beamten im Rathaus nach wie vor einzig für 35 zusätzliche Lastwagen-Parkplätze an der Ohligser Heide in Fahrtrichtung Köln ihr Okay geben wollen.

Tatsächlich wird das Vorgehen der DEGES, die die Planung der Raststätte erst im Jahr 2014 vom Landesbetrieb Straßen.NRW übernommen hat, auf den Solinger Rathaus-Fluren als eine Art unfreundlicher Akt wahrgenommen – zumal auch die Nachbarstadt Hilden in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Bedenken gegen eine große Lösung an der Westseite der Autobahn geäußert hatte.

Indes ist die Stadt zuversichtlich, sich durchzusetzen, bleibt die DEGES doch auf Solingen angewiesen. Immerhin befindet sich ein Großteil der Grundstücke, die für den Umbau der Raststätte wichtig sind, im kommunalen Besitz, so dass sich die Verwaltung perspektivisch am längeren Hebel glaubt.

Was unter anderem in einer Informationsvorlage des Stadtdienstes Natur und Umwelt für die nächste Sitzung des Planungausschusses am 26. November deutlich wird. So heißt es darin, die Stadt Solingen werde „sich als Verfahrensbeteiligte sowie Grundstückseigentümerin in das weitere Verfahren einbringen und entsprechende Stellungnahmen abgeben“. Und als „wichtige Grundlage“ dafür werde wie bisher der besagte Beschluss des Planungsausschusses von 2010 dienen, der „die Realisierung der kleinen Variante bevorzugt“.

Die Überlegung, schon in knapp drei Jahren mit dem Raststätten-Erweiterung zu starten, die zudem parallel zum achtspurigen Ausbau der A3 laufen soll, bezeichnete eine Stadtsprecherin am Dienstag dementsprechend als „sportlich“.