1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Stadt Solingen will Fütterungsverbot für Tauben beibehalten

Tierschutz : Stadt Solingen will Fütterungsverbot für Tauben beibehalten

Tierschützer fordern, das Verbot aufzuheben. Der Grund: Die Vögel finden in der Corona-Krise weniger Nahrung als sonst.

Forderungen der Tierschutzorganisation Peta, angesichts der Corona-Krise das Fütterungsverbot von Stadttauben zumindest zeitweise außer Kraft zu setzen, treffen in Solingen bislang auf taube Ohren. Denn wie eine Sprecherin der Stadt am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt hat, gibt es im Rathaus keine Bestrebungen, das Füttern der Vögel zuzulassen.

„Das Fütterungsverbot ist in unserer Straßensatzung festgelegt“, zitierte die Rathaus-Sprecherin den zuständigen Ordnungsdezernenten Jan Welzel (CDU und wies damit den Anlauf der Tierschützer zurück. Diese   hatten sich zuvor in einem Schreiben an Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), das unter anderem für Solingen verantwortliche Bergisches Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie den Umweltausschuss gewandt und darin appelliert, das Fütterungsverbot auszusetzen und stattdessen eine Fütterung der Tiere durch die Stadt zu organsieren.

Begründet wurde der Vorstoß durch Peta mit der Gefahr, die Tauben könnten in der aktuellen Corona-Krise nicht mehr genügend Nahrung finden und verhungern. So sei das Fütterungsverbot schon in normalen Zeiten eine Gefahr für die Vögel, da diese dadurch auf ungeeignete Essensreste als Nahrungsquelle angewiesen seien. In Ausnahmesituationen wie der augenblicklichen Lage werde daraus aber „in kürzester Zeit eine aktuelle Lebensgefahr für die Tiere“.

Tatsächlich dürfte angesichts geschlossener Geschäfte und des damit verbundenen Rückgangs an Passanten auch in den Solinger Einkaufszentren in Mitte sowie in Ohligs das Nahrungsangebot für Tauben zurückgehen. Wobei etliche Tierschützer davon ausgehen, dass die Vögel nicht einfach davon fliegen, um sich an anderen Stellen, etwa in der Natur, Futter zu suchen, sondern an ihren gewohnten Orten bleiben.

Dementsprechend dringlich bleibt für Peta eine Lockerung der Regelungen zur Fütterung. „Es wäre Wahnsinn, ehrenamtliche Tierschützer in Solingen in diesen Tagen auch noch für ihr Engagement zu bestrafen und den Tod zahlreicher Mitlebewesen in Kauf zu nehmen“, hieß es jetzt bei der Tierschutzorganisation.